ich war gerade im kopernikuskostüm bei pimkie damit beschäftigt, junge frauen zu traumatisieren, indem ich die vorhänge zu den umkleidekabinen aufriss und „SIE IST UND BLEIBT FLACH!“ rief, als mein mobiltelefon klingelte. wieder wurde ich daran erinnert, dass ich den klingelton ändern wollte, spielte er doch immer noch die deutsche nationalhymne, was mich dazu veranlasste, jedes mal mit der hand am herzen – dieses mal mitten im umkleidebereich – mitzusingen. und so verpasste ich dann natürlich auch jedes mal den anruf. der blick auf das display verhieß ungutes. es war mein internist. sofort rief ich zurück, doch er ging nicht ran. ich erinnerte mich, ihm bei der blutabnahme meinen klingelton gegeben zu haben. ich änderte bei meinem telefon schnell selbigen und lag richtig, sofort rief er zurück. er wollte mich nur informieren, dass die ergebnisse des tests nun vorlägen. irgendwas mit medien, endstadium. das erklärte die iphones, die mir überall wuchsen. eine woche gab er mir noch. das mit dem stuntman werden wie rex gildo wird wohl nix mehr. die besteigung sämtlicher 8000er würde wohl auch ausfallen müssen. ich kicherte wegen dem wort „besteigung“ und ging dann in mich – ohne blickkontakt zu dem typen in den viel zu engen strumpfhosen aufzubauen – und überlegte, was ich in meinen letzten tagen anstellen sollte. gandhi sagte schon „zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann stirbt man.“, weshalb ich beschloss, sämtliche dummheiten anzustellen, die ich schon immer einmal tun wollte und mich nie traute.

als erstes wollte ich bohnensuppe essen und dann luftballons mit meinem arsch aufblasen, um luftballonzerstecher zu bestrafen. ich ging also in den supermarkt im einkaufszentrum und übermalte bei den soßenpulvern „zigeuner art“ mit „sinti und roma art“. und stahl dann die bohnensuppe. zigeunerart. beim verlassen des supermarktes fiel mir eine schwangere „wachturm“-verkäuferin auf. ich näherte mich ihr, flüsterte ihr „psst, ich bin’s, jesus“ zu und griff ihr mit den worten „sie mögen doch wein.“ beherzt an die brust. fand sie jetzt irgendwie nicht so toll. ich versuchte, die situation eloquent und deeskalierend zu entschärfen, brachte aber nur ein „halt’s maul, du fotze!“ hervor. um den supermarktpolizisten nicht an der backe zu haben, verließ ich das einkaufszentrum, nicht ohne beim verlassen desselbigen subtil zu rebellieren, indem ich auf der rolltreppe links stand und dann rechts ging. vor dem einkaufszentrum schüttelte ich an der packung der bohnensuppe, um anhand des geräusches festzustellen, ob sie verschimmelt ist und versuchte, mich auf das ballonaufblasen zu freuen. aber vergeblich, konnte ich in der sich spiegelnden fassade doch meine entstellte visage erkennen.

als ich auf der straße einen bus erblickte, sprang ich vor diesen. nur um festzustellen, dass der fahrer gerade mittagspause machte. ich berappelte mich und begab mich zu den anderen auf den bus wartenden personen. beim einsteigen in den bus machte ich dem fahrer das geräusch des fahrkartenentwertungsautomaten vor, er winkte mich lachend durch. wissend tätschelte ich das diktiergerät in meiner tasche, auf dem sich eine tonbandaufzeichnung von mir befand, wie ich das geräusch des fahrkartenentwertungsautomaten nachmachte. hehe, die kontrolleure sollten mal kommen! als nächstes stellte ich mich dann vor das lcd-display der haltestellenanzeige und rief „WOHIN DES WEGES, KUTSCHER?“, woraufhin mich der busfahrer per lautsprecherdurchsage bat, den bus zu verlassen.

wieder auf der straße sorgte ich als nächstes für klarheit in meinem privatleben und beendete per telefon meine affäre mit susi, einer urururenkelin von sigmund freud. die ganzen mutterwitze und „aus spaß an der freud“ hingen mir sowieso zum hals raus. ich ging nach hause, bereitete mir die bohnensuppe zu und wartete. mein blick fiel auf die stripperstange mitten im wohnzimmer und ich musste an die erste benutzung denken, bei der mir 6 feuerwehrmänner auf den kopf fielen. ich horchte in mich hinein, ob die hülsenfrüchte bereits ihre wirkung entfaltet hatten, doch nein. so langsam erwartete ich einen dinosaurier als trost für die wartezeit. die stille in der wohnung ließ mich die dummheiten vergessen und tiefsinnig werden. bald würde ich gehen. als urne würde ich eine tupperwaredose mit der aufschrift „mehl“ verlangen. und vor meiner gruft einen stuhl mit einem furzkissen drauf. was musste ich denn unbedingt noch erledigen? ein baum zeugen, ein kind vergraben, wie war nochmal der dritte schritt? ich fühlte mich so dumm wie damals in der waldorfschule, als ich im geschichtsunterricht bei der behandlung der burenkriege undeutlich tanzte und einen eklat auslöste. da erschien morgan freeman in einem weißen anzug.