die sache mit dem nicht jugendfreien schweinkram

„ist dir kalt oder ist der immer so…“ „so was?“ „ist der überhaupt benutzbar?“ – mein zweiter pornodreh verlief noch schlechter als der erste. als es dann tatsächlich zur sache gehen sollte und ich meinen keks in ihre teetasse tunkte, war ich überrascht, wie klein er im vergleich zur tasse wirkte. dabei meinte meine urologin immer, dass ich ein guter gliedhaber sei. in diesem moment sah ich mich selbst von außen, wie ich aus meinem „kleiner onkel“-kostüm meinen kleinen onkel raushängen ließ und hinter „pipi schwanzschlund“ stand. ich war ganz unten angekommen. aber wie konnte es überhaupt so weit kommen?

angefangen hatte alles zwei wochen zuvor. meine nachbarin klingelte und beschwerte sich wegen der zu lauten musik. ich wollte mit ihr darüber reden, krempelte aber aus gewohnheit trotzdem die ärmel hoch. verängstigt blickte sie mich an. ich überlegte nicht lang, packte sie und die gelegenheit beim schopf und schlug zu. um nicht als „one-hit-wonder“ zu enden, gleich mehrmals. keine gute idee, wie ich nach ein paar minuten unüberlegten zuschlagens realisierte, denn ich hatte diese woche flurdienst. ich zerrte sie in meine wohnung, wischte das gröbste auf und überlegte meine nächsten schritte. meine gewalttätigkeit würde mich diese identität kosten, soviel stand fest. beim blick auf meine pornovideosammlung hatte ich einen geistesblitz – ich würde es als erotikdarsteller versuchen! ich hatte zwar einen merkwürdigen fetisch, ohne den bei mir nix lief – frauen, die „das macht doch nix, das kann jedem einmal passieren“ sagen – war mir aber gleichzeitig auch sicher, dass es bei den „professionellen“ fickern bestimmt hilfsmittel gab. und hilfsmittelinnen. hehe. ich gab mir innerlich ein high five für die idee, wusch mir das blut ab, packte eine reisetasche und verschwand.

an einem kiosk kaufte ich mir eine bild-zeitung und schlug zielsicher den teil mit den pornotelefonnummern auf. irgendwo da müsste doch auch eine anzeige sein, in der man nachwuchs suchte. ich wurde fündig und begab mich zu der dort angegebenen adresse. eine schlichte, aber äußerst stilvolle villa in wilmersdorf. ich las das klingelschild: „peter ornoproduzent, pornoproduktionen gmbh & hoe kg“. obwohl sicher, dass dies keine korrekte rechtsform sondern wahrscheinlich nur irgendein ein witz war, klingelte ich. „wer sind sie?“ „ich bin wegen der anzeige hier.“ „ach, auf blowjobsuche?!“ ich hörte ein leises infantiles kichern bevor ich reingebuzzert wurde. auf weißen steinplatten lief ich durch den garten, vorbei an einem springbrunnen, in dessen mitte skulpturen in obszöner art und weise wasser aus körperöffnungen schossen. die skulpturen verwundert musternd stolperte ich fast über einen kleinen mann im lilafarbenen tagesmantel aus seide. peter ornoproduzent. eine zigarre im mund streckte er mir seine behaarte pranke entgegen, als ich ihm dann die hand schüttelte, umschlang er diese schließlich noch mit seiner anderen und versicherte mir, dass ich bei ihm genau richtig sei. zu allererst müssten wir mich jedoch erst einmal auf meine kameratauglichkeit überprüfen.

dazu betraten wir die garage seines anwesens, die anscheinend sein „castingbüro“ war. ausziehen solle ich mich, was ich tat. er ging einen schritt zurück und musterte mich. „mit so einem körper ist monogamie ihre einzige chance, oder?“ und wieder hörte ich dieses infantile kichern, bei dem die große lücke zwischen seinen schneidezähnen zum vorschein kam. „wie geschaffen, um frauen zu lesben zu machen!“ (chihihi) „und der sollte wohl eigentlich ein dübel werden, was?“ er griff mir in den schritt und zog an meinem penis. ich sprang beiseite. „ich bin nicht hergekommen, um mich verarschen zu lassen!“ „gut, kommen wir zum geschäftlichen. für hochglanzpornos kann ich sie – offensichtlich – nicht gebrauchen. ich denke eher so in richtung fetisch. sind sie ein tierfreund?“ „bitte was?!“ (chihihi) „nein, nicht, wie sie jetzt vielleicht denken. ich drehe die pornoversionen von märchen und kinderfilmen, der neueste schrei in der industrie. sie müssten einfach in tierkostüme schlüpfen. wann können sie anfangen?“ „sofort.“ „sehr gut, dieser enthusiasmus gefällt mir. wir drehen ab morgen „das wunderland in alice“, eve mcfar ist abgesprungen und damit ist die löwenrolle noch zu vergeben. ich wollte eigentlich uwe otzenknecht buchen, aber wenn sie schon einmal hier sind…kommen sie morgen einfach um 8uhr wieder her, dann regeln wir auch das offizielle.“.

das war mein einstieg in dieses geschäft. „das wunderland in alice“. ich verkackte am anfang, aber als mein partner in der szene dann „das macht doch nix, dass passiert jedem einmal“ sagte, war ich voll dabei. peter war zufrieden mit mir und bot mir gleich eine rolle für „pipi schwanzschlund im zacki-schlucker-land“ an. womit wir wieder beim anfang wären. ich muss schon einige augenblicke geistesabwesend verharrt haben, zumindest schrie mich peter an: „du sollst nicht inne halten, sondern rinne!“. ich schaute ihn perplex an und krempelte die ärmel hoch.