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Das Bewerbungsgespräch

Leicht nervös und schwitzend, wie ich nun einmal bin, erreichte ich die Firma. Ich sagte der Empfangsdame, dass ich der Termin um 12:30Uhr sei, woraufhin sie in ihrem Kalender blätterte und antwortete: „Ach, Herr Fettmann, ihr Ansprechpartner wird sich gleich um sie kümmern. Haben sie Hunger?“. Ich verneinte und fragte mich, wie man von „Klement“ auf „Fettmann“ kommt. Während ich da stand, den Bauch einzog und die Wangen nach innen saugend ein Duck Face machte, platzierte die Empfangsdame eine Packung von Dunkin Donuts auf dem Tresen und schob ihn dann alle 1, 2 Minuten unauffällig weiter in meine Richtung, während sie jedes Mal Blickkontakt zu mir aufbaute, mit ihren Augen in Richtung der Packung deutete und mit ihren Augenbrauen zuckte, als wollte sie flirten.

Schließlich erschien mein Ansprechpartner: der CEO, was, wie er scherzend sagte, kein Schokoriegel sei. Er führte mich zu einem Konferenzraum, bot mir mit den Worten „Der sollte eigentlich stabil genug sein.“ einen Stuhl an und nahm mir gegenüber am Tisch Platz. Als erstes führte er ein wenig Smalltalk und fragte nach meiner Anreise und wie verdammt froh ich wohl auf einer Skala von 1 bis zu meiner Konfektionsgröße sei, dass die Büroräume der Firma per Fahrstuhl zu erreichen seien. Verunsichert antwortete ich „100?“. Er schüttelte enttäuscht den Kopf und ging zum eigentlichen Bewerbungsgespräch über. Wichtiges Einstellungskriterium seien die Blutwerte, sagte er, gerade im Hinblick auf Diabetes und damit eventuell einhergehende Beinamputationen – schließlich würde der Firma damit ein Angestellter verlorengehen, bzw. verlorenhumpeln, bzw. verlorenrollen. Er lachte laut. Ich zog meine Beine ein wenig in meine Richtung. Das mit den Blutwerten sei natürlich nur ein Scherz gewesen, fügte er schließlich hinzu, nein, meine Unterlagen würden ihm gefallen und jemanden mit meinen Qualitäten hätten sie gesucht, ich könnte sofort anfangen. Was ich dann auch am nächsten Tag tat.

Der Arbeitstag

Leicht nervös und schwitzend, wie ich nun einmal bin, erreichte ich die Firma. Ich sagte der Empfangsdame, dass ich heute meinen ersten Arbeitstag hätte, woraufhin sie in ihrem Kalender blätterte und antwortete: „Ach, Herr Fettmann, ihr Ansprechpartner wird sich gleich um sie kümmern. Haben sie Hunger?“. Ich hatte ein Deja-Vu. Ich sagte ihr, dass ich das Gefühl hatte, ein Deja-Vu zu haben. Sie antwortete „Oh, das klingt lecker, damit kann ich aber leider nicht dienen. Donut?“, stellte eine Packung von Dunkin Donuts auf den Tresen und lächelte mich erneut seltsam mit den Augenbrauen zuckend an. Ich lehnte ab und wartete. Schließlich erschien mein Ansprechpartner: der CEBRA. Erneut fühlte ich mich verarscht. Er führte mich einmal quer durch die gesamten Geschäftsräume, fragte zwischendurch immer wieder, ob ich noch könne und zeigte mir schließlich meinen Arbeitsplatz. Also, zuerst zeigte er mir den Snackautomaten. Dreimal. Und, wie er zu bedienen ist. Sechsmal.

Aber dann zeigte er mir meinen Arbeitsplatz! Ein Raum, komplett mit Stroh ausgelegt. Darin: ein Baumstamm als Sitz. Etwas stabileres konnten sie nicht auftreiben, versicherte er mir. Dann ging er. Als nach einer Stunde immer noch nichts passiert war, begann ich, mich an dem Baumstamm zu schaben. Eine weitere Stunde später war mir das aber zu blöd und ich verließ mein Büro, um mal bei den Kollegen nachzufragen, was ich überhaupt machen soll. Ich ging ins Büro nebenan und wurde beim Betreten mit einer Wasserpistole ins Gesicht geschossen. „HAHA, GUCKT MAL, WIE DER FETTSACK SCHWITZT! NA, IST DIR WARM, FETTIE?“ Weitere Wasserpistolenschüsse gingen in Richtung meiner Achseln. „EEEW UND UNTER DEN ACHSELN ERST!“ Die Flüssigkeit lief langsam mein Gesicht runter und ich merkte, dass das gar kein Wasser, sondern Fett war. … Ich verließ das Büro und konnte noch durch die geschlossene Tür hören, wie sie sich gegenseitig Witze über mein angebliches Ringelschwänzchen zuriefen. OK, vielleicht würden die Leute in der Human Ressources-Abteilung wissen, wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Ich klopfte an der Tür, wurde hineingerufen und durfte erstmal ein Telefongespräch mithören. „…Haha, was du immer erzählst. Du, ich hab grad den Fettmann im Büro, ich meld mich später nochmal.“ Er legte auf und ich frage mich erneut: Fettmann? „Was *grunz* kann ich für sie tun *grunz* *grunz* Herr Fettmann?“ Hatte er diesen Sprachfehler eben schon? Hatte er nicht, oder? Hatte er nicht. Ich beschloss, dass der Job als Feindbild bei den Weight Watchers nichts für mich ist und kündigte.

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