wie ich den sechs millionen dollar mann in seinem eigenen spiel besiegtetöh

es war 1992, ich feierte gerade mit jörg sievers unter der sektdusche den gewinn des dfb pokals. „hörst du das?“ „ich höre gar nix.“ „ich auch.“ „OH MEIN GOTT, HIER IST IRGENDWO EIN NINJA!“ „quatsch.“ im nächsten moment kam ein auto in die dusche gesprungen, genauer gesagt ein pickup truck, darin: colt seavers. er wollte wohl seinem bruder gratulieren. „ähm, colt?“ „…cuz i’m the unknown stuntman….“ „COLT!“ wir hassten colt. ständig spielte er – obwohl bereits 53 jahre alt – das „wenn du durch das O von daumen und zeigefinger guckst, kriegst du 5 boxe“-spiel. und machte dabei dann das sechs million dollar mann geräusch. ft-ft! t-t-t-t-t-t-t-t! t-t-t-t-t-t-t-t! t-t-t-t-t-t-t-t! t-t-t-t-t-t-t-t! t-t-t-t-t-t-t-t-pchww! kurzum: nicht einmal stevie wonder würde sich freuen, ihn zu sehen. und so standen jörg und ich da und starrten colt an, wie er auf der fahrerseite aus dem fenster heraushing und mit weit aufgerissenem mund aus daumen und zeigefinger wieder mal ein O formte. wir beschlossen, woanders weiter zu feiern und verließen die dusche. colt wollte uns hinterherfahren und ließ die reifen durchdrehen, musste jedoch feststellen, dass das auto in der wand verkantet war.

irgendwann gesellte er sich mit einem traurigen blick zu uns. ich kniff ihm in die wange und fragte, was denn los sei. darauf fing er an zu weinen, wodurch jörg und ich sofort unsere erektionen verloren – wir fanden sie wenige tage später in einem kinderheim wieder, aber das ist eine andere geschichte. der weinende colt seavers, der sogar beim heulen das sechs millionen dollar mann geräusch von sich gab – t-t-t-t-t-t-t-t! t-t-t-t-t-t-t-t! t-t-t-t-t-t-t-t! – nahm einen groß schluck aus der sektflasche und fragte, was unser weiterer partyplan sei und weil wir noch keinen hatten, schlug colt paintball vor. wir kicherten – der farbigen bälle wegen – und brachen auf. da jörg und ich angetrunken waren und colts pickup immer noch in der wand der dusche hing, benutzten wir die öffentlichen und wie sich herausstellte, war colt im u-bahnfahren ziemlich schlecht, während der gesamten fahrt – er bestand auf den ersten wagen – schrie er in richtung der fahrerkabine dinge wie „ORRR ÜBERHOL DOCH! DA VORNE IS ALLES FREI! FOTZE!“ und machte jedesmal, wenn sich eine u-bahntür öffnete, das sechs millionen dollar geräusch. die fahrt war lang und colt ließ niemanden daran zweifeln, dass wir zu ihm gehören, indem er die ganze zeit das mit zeigefinger und daumen geformte O vor unsere gesichter hielt. jörg und ich fühlten uns, als wären wir die einzigen im waggon, die wissen, was eine klabusterbeere ist.

bei der paintballanlage angekommen mieteten wir die pistolen. jörg behielt sein torwarttrikot als schutzkleidung an. colt zog sich seine hose aus. ich wartete, was sein nächster vorbereitungsschritt wäre, aber anscheinend war diese für ihn damit abgeschlossen. ich zog diese eine uniform an, die ich einmal auf dem flohmarkt gekauft hatte, da mir ihre schwarze farbe und das aufgenähte blitzakronym gefielen, das für „schneller silvester“ stand. geschwindigkeit würde mir den vorteil bringen! wir gingen in position. plötzlich hörte ich colt schreien „OH JA, ICH SPRITZ EUCH INS GESICHT, IHR HUREN!“. er hielt sich offenbar wegen seiner sechs millionen dollar einbildungen für uns überlegen. leise schlich ich umher und polizeirollte mich von versteck zu versteck. da hörte ich ein geräusch: t-t-t-t-t-t-t-t…t-t-t-t-t-t-t-t…t-t-t-t-t-t-t-t. bionisches anschleichen? ernsthaft? als ich ihn um die ecke wähnte, holte ich das yps-um-die-ecke-fernglas hervor und sah colt. vorsichtig formte ich in meiner linken hand zeigefinger und daumen zu einem O und streckte sie um die ecke. die einschläge der farbpatronen schmerzten mehr als ich dachte, aber zumindest war ich mir sicher, dass er durch das O hindurchgesehen hatte und während er noch damit beschäftigt war, seinen abschuss zu feiern und mich „stephen hawkings penis“ zu nennen, holte ich bereits aus: ft-ft! t-t-t-t-t-…