zu besuch bei onkel tornado

zusammen mit timmy besuchte ich meinen onkel tornado oben in den bergen. konrad, wie ich ihn nennen durfte, timmy jedoch nicht, hatte sich vor einigen jahren dorthin zurückgezogen, nachdem er am burnout-syndrom erkrankte. mittlerweile hatte er sich eingelebt, seine ziegenfarm lieferte genug kleidung, milch und fleisch, dass er autark leben konnte, wenngleich er bisher noch keine methode zur deodorantgewinnung entdecken konnte. nach einem fussmarsch vom bahnhof bis zu seinem bergbauernhof kamen wir erschöpft an, konrad uns auf einer ziege entgegengeritten, aus seinem haus laut n.w.a., „f*ck the police“.

– was der dilzmo, bitsches?
– wsgeht?
– wsgeht?

er begleitete uns nach innen, wo wir überrascht waren, 3 frauen saßen in ner sitzgruppe in knappen dienstmädchenuniformen, alle 3 äußerst nice.

– versuchst du hier neue spice girls an start zu bringen? player!
– haha auf kein. also die erste, olga, OLGAAA, KOMMA HER! also olga hab ich mir in der ukraine bestellt, bei so ner heiratsvermittlung. die wollten aber nur sicherstellen, dass der scheck nich platzt, der rest war denen egal. und schau sie dir an, beine von hier oben bis ins tal. ok, olga, setz dich wieder zu wanpen und safi.
– hm, ja. und die anderen beiden?
– also da hätten wir wanpen, selbe geschichte wie bei olga, nur asiatischer hintergrund. und safi, haha. da hab ichn woody allen geschoben. mit 16 adoptiert und jetz isse eine meiner frauen.
– dir scheints ja gut zu gehen.
ich werfe timmy einen blick zu, der dem „mein onkel ist vollkommen durchgeknallt, wir sollten ihm ins knie schießen“-blick ähnelt.
– ja, auf jeden, konrad.
– seit wann nennst du verkackter kleiner hurensohn mich konrad? für dich doktor tornado oder daddy, du schwuchtel.
– hey, ganz entspannt, konrad, timmy is mein junge, kein disrespekt im gange.
– ich bin in letzter zeit ein wenig angespannt, seit mir dir sicherungen durchgeknallt sind. ich habe aktuell ein zeitfenster von ungefähr 5 minuten am tag, an denen ich nicht vollkommen betäubt durch medikamente bin. wobei diese 5 minuten irgendwann sind, gestern wars beim kacken.
– sind diese risse in der decke absicht?
– huh? welche risse?
direkt in dem moment, in dem er nach oben schaut, schießt timmy konrad ins knie.
– verdammt timmy was hast du gemacht?
– du hast mir doch den „mein onkel is vollkommen durchgeknallt, wir sollten ihm ins knie schießen“-blick zugeworfen.
– nein, alter, das war der „hoffentlich nennst du ihn nicht konrad und verkackst schon vom ersten treffen mit meinem onkel an“, aber darüber muss ich mir ja jetzt keine sorgen mehr machen, nachdem du ihm INS KNIE GESCHOSSEN HAST! wieso hast du überhaupt ne knarre-
konrad röchelt ein
– jungs, ich verblute hier gerade, könntet ihr ein pflaster besorgen oder den notarzt rufen? so eine schusswunde neigt dazu, schmerzen zu verursachen. nee, echt, ich war auch überrascht. is nur mir so kalt?
timmy richtet ihn auf, ich versuche per handy 110 zu erreichen. war da unten vorm anstieg nicht irgendein blechschild mit der nummer der bergwacht? hm. währenddessen verkackt das mobiltelefon routiniert beim versuch, seiner bestimmung nachzugehen. die 3 mädels laufen während der gesamten aktion im kreis um uns herum wie ein haufen aufgescheuchter hühner.
– hast du pflaster im haushalt?
– hm, ich glaube nicht.
– irgendn letzten wunsch?
– leg die „big poppa“ single auf den plattenspieler und geb mir nen tequilla sunrise.

nachdem wir seine 3 witwen getröstet hatten, waren wir auch schon wieder auf dem rückweg, beim abstieg kam uns ein rettungswagen mit einem leichenwagen im schlepptau entgegen, anscheinend gabs im haus doch irgendwo ein telefon. als ich gerade darüber nachdachte, ob ich beim betreten des hauses irgendwo ein telefon gesehen habe, klingelt mein mobiltelefon.

– hallo?
– hallo, ich bins konrad. reagier ganz normal, ich erklärs dir später. du musst zurück zu meinem blockhaus gehen, ohne timmy.

fortsetzung folgt.