diese woche war ich wieder mal beim zahnarzt. was ist das überhaupt für ein beruf? der titel an sich ist schon irreführend – wann hat der letzte mensch mit seinem zahnarzt einfach nur ein gespräch geführt und ein medikament verschrieben bekommen wie bei einem normalen arzt? sollte er deshalb nicht viel eher bohrlochfüllerarzt heißen?
überhaupt ist der bohrlochfüllerarzt nach dem gerichtsmediziner wohl der arzt, den man wenigsten gern an sich rumspielen lässt. beginnend mit dem aufenthalt im wartezimmer, wo man die anderen anwesenden patienten taxiert, um ihnen je nach sympathie mehr oder weniger schmerzen zu wünschen und deren zahnzustand man an äußeren merkmalen festzumachen versucht. wobei man den bohrlochfüllerärzten alles unterstellen kann, nur nicht, dass sie im wartezimmerbereich qualitäten eines geschäftsmannes offenbahren. an jeder wand irgendeine anleitung wie man sich die zähne putzt, oder werbung für ein exotisch klingendes zahnpflegeprodukt mit -dyn im namen. ich kann mich nicht erinnern, z.b. in einem kino jemals werbung für filmdownloads im internet gesehen zu haben.

irgendwann wird man dann zum aufmarsch in das herzstück einer jeden bohrlochfüllerarztpraxis gerufen. hier findet man einen scheinbar ergonomisch geformten stuhl mit kopflehne vor, wenn der körper nach dem hinsetzen jedoch nach rechts zur fernbedienung und nach links zum bier greifen will, wird man enttäuscht – rechts nur ein rollender schrank, wenn man glück hat ohne blutige überreste des vorgängers – links ein glas wasser, an dem man autosuggestiv noch die blutige spucke des voropfers herunterlaufen sieht. dann beginnt die eigentliche show. die lehne wird in richtung horizontale verlagert, man liegt auf dem rücken wie eine schildkröte und wird von einem scheinwerfer geblendet, falls man jetzt noch etwas dagegen einwenden will, hat man nur wenig zeit, innerhalb weniger augenblicke schreitet er auch gleich zur tat über und fordert einen auf, den mund zu öffnen und offen zu halten, während er mit einer miniaturbohrmaschine in den zähnen bohrt, um löcher zu stopfen. gleichzeitig bekommt man von einer meist weiblichen mittzwanziger gehilfin einen sauger in den mund gesteckt, dessen einzige aufgabe es zu sein scheint, kaltes wasser in einem harten strahl gegen den gaumen zu schießen. wenn man nun versucht durch den mund zu atmen und dabei röchelnd wasser schluckt kommt man sich, und dabei spielt der sabberlatz gewiss auch seinen part, vor wie ein minderbemittelter. alternativ kommt dann je nach laune des behandelnden bohrers ein ratschlag der weisheitskategorie „durch die nase atmen“ um der ganzen degradierung die krone aufzusetzen. wenn man nun so weich war, eine spritze zu verlangen, so führt das – je nachdem ob in unter- oder oberkiefer – auch nur dazu, dass man entweder wie ein sabbernder autist oder wie ein gesichtsgelähmter vollidiot aussieht. zusätzlich tragen alle anderen anwesenden während der gesamten zeit, in der man seinen mund starr offen halten muss, einen mundschutz. hat man zusätzlich zu den behandlungsbedürftigen löchern in den zähnen auch noch ebola? hat der bohrer die werbeplakate in seinem wartezimmer nicht gelesen und widerwärtigen mundgeruch? macht er witze über den patienten, während dieser nur ein lautes brummen im schädel hat? im grunde könnte er jetzt unterhalb des kopfes alles machen, was er will. je nach attraktivität der gehilfinnen mag dies ein mehr oder weniger aufregender gedanke sein, den man jedoch nicht allzu weit verfolgen sollte, dies wäre wohl auf jeden fall ein super-gau und mit bereits aufgebohrten zähnen will man nun wirklich nicht auf die straße gesetzt werden.

nach meiner letzten behandlung hege ich den verdacht, dass man die schuhe während der behandlung durch minderwertige andere abgelaufene modelle ausgetauscht bekommt. an sich auch kein problem, hätten die pumps doch nur ein air system.