wie ich einem kannibalen zu einer diät raten konnte

den anderen tag gabs im tv eine reise nach afrika zu gewinnen. das rätsel, das man lösen mußte, war, wie lautet der name a-n-n-a rückwärts? ich rief an, schließlich kannte ich eine dorothea persönlich. 1 woche später bekam ich mein ticket zugeschickt, 1.klasse, natürlich. nachdem ich mich gegen sämtliche der menschheit bekannten krankheiten impfen ließ, machte ich mich auch schon auf den weg.

der flug ging quer über den kontinent, als wir den kilimandscharo passiert hatten, kam es zu einer durchsage durch den piloten: „ladies and gentlemen this is your captain speaking, we’re going to be experiencing heavy turbulences, please fasten your seatbelts and remain calm. thank you for your attention“ was ich vergaß zu erwähnen: mit 1.klasse meint die airline, mit der ich flog, 2.klasse, und damit meint sie gepäckraum und damit den bereich im heck des flugzeuges, in dem die koffer der privilegierten oberen 15 aus somalia verstaut waren. nun wäre dies allein schon ein grund gewesen, einen nicht-freundlich gestimmten brief an den kundendienst der airline zu senden, doch zu alledem kam noch hinzu, dass ich in einem käfig verbleiben musste, der vorher von einem wilden tier benutzt worden zu sein scheint. die würden was von mir zu hören bekommen, wenn ich wieder in deutschland wäre! erstmal verhielt ich mich jedoch ruhig, um mein futterrecht nicht zu verlieren, bei einer gesamtflugdauer von 20h ein nicht zu unterschätzendes.

plötzlich begann das flugzeug zu rütteln. zuerst nur ganz leicht, doch stück für stück immer schlimmer werdend. irgendwann war lediglich ein lautes heulen zu hören zusammen mit dem in meinem bauch aufkommenden gefühl, dass wir an höhe verlieren.

ranjid, der sowohl für mich, als auch für timmy den tiger zuständig war, kam hektisch angerannt und versuchte meinen käfig zu öffnen, während er einen merkwürdigen rucksack trug. ich dachte mir nicht allzu viel und genoß die neugewonnene freiheit, unabhängig davon, unter welchen umständen genau, indem ich mich in den bereich hinter der normalen touristenklasse, also kurz hinter der luke zum lagerraum, begab und etwas von den dort befindlichen alkoholhaltigen getränken und erwärmten sogenannten „in flight meals“ zu mir nahm. weit dachte ich nicht darüber nach, warum sich im service-bereich keine stewardessen befanden, oder warum die gesamte touristenklasse leer war, oder warum ein gewaltiger unterdruck in der gesamten kabine herrschte, oder warum sämtliche notausgänge geöffnet waren.

ein blick aus einem der geöffneten notausgänge verriet mir jedoch, dass sich das flugzeug rasant dem erdboden, genauer gesagt einem dicht bewachsenen dschungel, näherte. verwundert ging ich zum cockpit, wo ich mich beim piloten erkundigen wollte, warum wir so stetig abschmierten. als ich die tür zum cockpit dann aufstieß, wurde ich schwer überrascht: am ruder befand sich eine aufgeblasene gummipuppe, die einen rucksack, ähnlich zu dem von ranjid, trug. so langsam begriff ich den sachverhalt: ganz offensichtlich handelte es sich bei ranjid um eine gummipuppe. warum war mir dies aus der nähe nicht aufgefallen? ich konnte nicht länger warten und entriß ranjid seinen rucksack, dessen aufschrift „dies ist kein rucksack, sondern ein fallschirm!“ mich in anbetracht der situation dazu verleitete. ranjid schwieg, vermutlich wurde ihm gerade bewußt, wie schlecht er mich behandelt hatte.

ich legte den fallschirm an und sprang aus dem notausgang, keine sekunde zu spät, landete ich doch, noch bevor ich die reißleine ziehen konnte, in den wipfeln eines baumes, wo ich auch umgehend von einem schimpansen mit kacke beworfen wurde. danach stille.

als ich erwachte, befand ich mich in einem riesigen kochtopf, um den einige leute tanzten. innerhalb weniger minuten wurde mir äußerst warm, in ermangelung von bewegungsfreiheit konnte ich nicht nachsehen, was es damit auf sich hatte, vermutete aber, dass unterhalb des topfes ein feuer an war. „HILFE!“ rief ich. und „HELP!“. aus dem hintergrund trat ein kleiner, jung wirkender mann mit brille auf mich zu und sagte „ICH VERSTEHE IHRE SPRACHE! SIE SIND EIN GEFANGENER UNSERES STAMMES, DER KANNIBALEN. WIR HABEN SIE IN DER SPITZE EINES BAUMES AUF UNSEREM HOHEITSGEBIET ENTDECKT UND DAMIT OBLIEGEN SIE NACH UNSERER RECHTSSPRECHUNG DEM URTEIL DES STAMMESÄLTESTEN, DER SIE ALS ZWISCHENMAHLZEIT EINGEPLANT HAT.“ obwohl verwundert, dass er meine sprache sprach, war ich vielmehr schockiert wegen der situation, in der ich mich befand.

ich versuchte, einen ausweg aus dieser lage herbeizuimprovisieren, rief daher den bengel nochmal herbei. „sag mal, euer stammesältester, achtet der auf seine linie?“ stille. ich höre grillen zirpen. hey, das zirpen klingt wie die melodie von „funky town“! als ich versuche, zur grillenmusik zu tanzen, werd ich zurückgeworfen in die realität: 50 wütende kannibalen starren mich, zwischenmahlzeit in einem kochenden topf, sehr böse an. sogleich erinnere ich mich an meinen letzten satz und begreife den fettnapf. „nein, nein, so war das nicht gemeint. ich meine das aus gesundheitlichen gründen! wenn er mich verspeist, dann kann er auch gleich eine zuckerfabrik essen. und das ganze ohne ballaststoffe!“ der kleine kannibale mustert mich. dann läuft er zu einem anderen, noch kleineren kannibalen, ebenfalls brillenträger, und flüstert ihm etwas ins ohr. der antwortet ihm etwas und daraufhin macht sich der größere kleine kannibale wieder auf den weg zu mir. „DU BIST NICHT DER ERSTE, DER IN ANBETRACHT DER EIGENEN SIEDETEMPERATUR WEISE GEWORDEN IST. MEIN RATGEBER SAGT, BALLASTSTOFFE BRAUCHE ICH NICHT, ICH MACHE ATKINS“ im anschluß führen wir eine 25minütige unterhaltung, in dessen verlauf ich ihm – und dabei mag die aktuelle „bild er frau“, die ich immer bei mir trage eine rolle gespielt haben – zu einer ballaststoffreichen diät unter zugabe von weizenkleie rate.