Als gefährlichster Mensch der Welt kann ich jeden Tag einen riesigen Polizeieinsatz provozieren, deshalb ist der 1. Mai für mich nichts Besonderes. So verbrachte ich auch dieses Jahr im Bett liegend mit dem Versuch, Katzen nicht zu hassen. Und wie immer scheiterte ich. Wird ihre renitente Art von vielen merkwürdigen Gestalten als „süß“ bezeichnet, erhält dieses Verhalten in meiner Welt immer noch den Stempel „dumm“. Katzen sind in ihrer Nützlichkeit für die Gesellschaft und ihren intellektuellen Fähigkeiten mit menschlichen Babys oder reisgefüllten Jutesäcken vergleichbar. Von einem Sack Reis erwarte ich nicht, dass er versteht, was ich sage oder gar antwortet. Von einem Baby auch nicht. Eine Katze antwortet auch nicht, wird aber dennoch als „intelligent“ bezeichnet. Wieso? Weil sie nicht ihre eigene Scheiße frisst? Also diese eine. Meistens. Jetzt ist gerade doof, weil die Situation für sie so ungewohnt ist. Nein.
Während ich diesen Hass weiter zu unterdrücken versuchte – Amoklaufen macht mehr Spaß, wenn man Mitte 40 ist und eine Familie zurücklässt, die das SO nie hätte kommen sehen – blickte ich aus dem Fenster auf die vom Wind gestreichelten Bäume, denen der Frühling ein neues Leben eingehaucht hatte, die Äste voller Blätter, grüner Blätter. Ich hasse Grün. Wieso sind die Bäume ALLE grün? Mutterfick Chlorophyll und jeden in seiner Gang, das ist doch irgendeine Absprache von irgendwelchen irischen Gnomen, die sich so überall in unserer Umgebung verstecken können, bevor sie nachts unsere Seelen rauben und diese beim Teufel gegen weitere Goldmünzen eintauschen. Bäume sind der Feind. Bäume und Katzen. Katzen auf Bäumen sind meine Bilderberg-Konferenz.
Dass die Polizei mittlerweile nicht mehr in Grün unterwegs ist, habe ich registriert, aber ich traue dieser ganzen Angelegenheit nicht. Es gibt ja schließlich auch rothaarige Menschen, die sich die Haare färben und so den Anschein erwecken, doch Seelen zu haben. Ich lass mich nicht verarschen.
Weder von Katzen, noch von Bäumen oder Rothaarigen. Wenn ich irgendwann eine rothaarige Katze auf einem Baum sehe, weiß ich, dass die Apokalypse gekommen ist. Also nicht der Moment, in dem auf jedem Bildschirm weltweit 24/7 ein privates Sexvideo von Angela Merkel läuft, nein, die richtige Apokalypse. Die, bei der alle Menschen, die RATATATATA gekauft haben, im Himmel in den VIP-Bereich kommen. Natürlich gibt es im Himmel einen VIP-Bereich. Nach dem Tod gibt es nicht Himmel und Hölle, nach dem Tod gibt es Himmel und VIP-Bereich im Himmel. Im normalen Himmel steht man mit Hitler und Dieter Bohlen am Wasserspender und redet über die letzte Folge DSDS. Im VIP-Bereich beatboxt 2pac für dich, während dein Kristallglas niemals leer wird und du plötzlich ein begnadeter Freestyler bist – sogar Gandhi gibt dir Props!