TU ES!

einer dieser abende. ich war mit den jungs in der bar, hatte das fünfte oder sechste bier intus, immer wieder tranken wir kurze. peter hatte sich bereits verabschiedet und lag leblos über 2 stühle dekoriert rum wie robert enke. mir ging es so langsam auch nicht mehr sonderlich gut, doch bei jedem kurzen, bei dem ich zögerte, hörte ich von meinen jungs nur ein

„TU ES!“

und dann trank ich auch schon den nächsten. irgendwann kotzte ich den tisch voll und wir flogen raus. beim verlassen der kneipe sagte ich scherzhaft, dass ich am liebsten einen barhocker in die verfickte scheibe von dem laden werfen würde. ein

„TU ES!“

später war dies auch geschehen. wir rannten. torkelten. torkelrannten so schnell wir konnten, versteckten uns schließlich in einem park. frank hatte dann die schlaue idee, dass wir alle untereinander die klamotten tauschen sollten, damit wir nicht wiedererkannt werden. das erschien mir wie eine wirklich gute idee. als wir dann aber alle in unterwäsche da standen, irgendwie nicht mehr. die unterhose würde ich aber nicht tauschen, rief ich. bis zum

„TU ES!“

wenige minuten später war ich von kopf bis fuß in heikos kleidung und sang das „fat guy in a little coat“ aus „tommy boy“. peter nüchterte langsam aus. wir mussten handeln und torkelrannten zum nächsten späti. an der kasse stellten wir fest, dass wir nicht genügend geld hatten. wenn wir total asozial wären, würden wir den scheißladen jetzt auch noch ausrauben.

„TU ES!“

wir raubten den scheißladen aus. der besitzer flehte uns an, dass wir ihn verschonen sollten, warf uns den inhalt der kasse hin, ich war verunsichert, wovor er eigentlich angst hatte – dass wir ihn töten? ich fragte heiko, ob der typ tatsächlich befürchtete, dass wir ihn töten? als ob ich seinen scheiß schädel einfach so in die scheiß glasauslage rammen und danach mit einem abgebrochenen scheiß flaschenhals auf ihn einstechen würde! heiko lachte. ich auch. frank rief

„TU ES!“

ich hielt inne. würden wir da nicht eine grenze über-

„TU ES!“

ich packte den spätiverkäufer beim kopf und rammte sein gesicht in die glasauslage, die dabei laut zerbarst. er schrie, blut spritzte aus seinem hals, ich packte eine bionade-flasche aus einem der herumstehenden getränkekasten, schlug den korpus an der kante der auslage ab und stach unzählige male auf den rücken des verkäufers ein. schließlich, nach einem letzten kurzen zucken ließ ich von ihm ab. fühlte sich irgendwie gut an. ich war triefend rot, voller blut. als ich das realisierte, riss ich dem verkäufer den hinteren teil seiner vokuhila-frisur vom schädel, klebte sie mir an den scheitel und tanzte wie ein indianer. die anderen lachten. ich fragte heiko, ob ich es regnen lassen sollte. er antwortete nur

„TU ES!“

und schon stach ich mit dem flaschenhals in seinen. blut spritzte wie eine fontäne, ich zog mich aus, tanzte unter dieser. frank, der zuvor noch lachte und peter, der sich die augen rieb, als würde ihn dies ausnüchtern oder von der schuld einer mittäterschaft befreien, sahen mich entsetzt an. ich zog die hose wieder hoch. erleichterung machte sich in ihren gesichtern breit. ein blick in richtung ihrer füße zeigte mir, dass sie im schock ihre blasen entleert hatten.

„TU ES!“

ich ließ ebenfalls laufen, trat auf die beiden zu. wir umarmten uns. eine innige, warme umarmung. das musste liebe sein. ich fragte peter, ob dies liebe sei, woraufhin er den holocaust leugnete und an mein becken gepresst weiterpisste. frank vermied den blickkontakt. schnell wurde mir klar, wieso. ihn erregte diese situation. das blut, der urin, meine hand, die seine pobacke fest umschloss, mein daumen, der zielsicher auf seinen anus zusteuerte, mein nippel in seinem mund. als er meinen bohrenden blick – und daumen – bemerkte, blickte er auf. unsere augen trafen sich, im hintergrund formte sich im weltall ein neuer stern, zivilisationen wurden geboren, kriege geführt, kinder gezeugt, friedensverträge unterschrieben, abtreibungen vorgenommen, zivilisationen zerstört, sonnen explodierten. unsere gesichter näherten sich. unsere münder. ich war unsicher, versuchte, auf meine innere stimme zu hören, die immerzu schrie

„TU ES!“

unsere münder berührten sich. ein blitz! ich wachte auf. blickte mich um. alles war voller blut. ich hob die bettdecke an. der kopf von sarah jessica parker. AAAAAAAH!