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und dann stehst du da und schaust auf deine hände herunter und siehst die reflektion deines gesichtes im blut an deinen händen. war das der weg den du einschlagen wolltest? schülerlotse? vor einem altersheim? scheinbar auch nicht der beste, wie dir ein blick hinter den müllwagen, auf das linke bein des netten alten herren, und den rest von ihm 20 meter rechts von dir, an der vorderseite des müllwagens, verrät. du denkst, dass es das ja nicht sein kann. du setzst deinen schülerlotsenhut ab und beginnst zu laufen, das schülerlotsensuspensorium behältst du. hinter dir hörst du nur sirenen. kaskadierende schreie. ist das ein feuerwehrwagen? das klingt wie ein pudel. pinscher. auf jeden fall ein kleiner hund. verdammte kleine hunde. bellen. beißen. verdammte kleine hunde. du läufst weiter. vorbei an einem vorgarten, die sprinkelanlage reicht bis auf den gehweg, du wäschst dir das blut ab. durchnässt, aber an den entscheidenden stellen nachwievor gut abgesichert, läufst du weiter. du willst gar nicht aufhören, zu laufen. du denkst an den film „forrest gump“. wieso kann ein behinderter „keep smiling“ erfinden und du konntest dir nichtmal für deinen pygmäen etwas besseres einfallen lassen als „mini me“? und wer bezahlt für den jetzt das brazilian waxing? fuck! wieso hast du dir einen pygmäen gekauft und lässt den wachsen? du überlegst kurz, ob du der brillanteste oder der dümmste mensch bist, den du dir vorstellen kannst, verwirfst das aber, weil du dir als der dümmste mensch, den du dir vorstellen kannst, kaum die frage beantworten könntest, ob du der brillanteste mensch bist, den du dir vorstellen kannst, und selbst wenn – seit wann hörst du auf idioten?

so kann das nicht weitergehen. du beschließst, etwas zu ändern. karriere zu machen. so richtig mit sekretärin, krankenversicherung und firmenparkplatz. du gehst in die mcdonald’s filiale, vor der du gerade stehst, und setzst dich an einen tisch, um nachzudenken. du würdest einen lebenslauf brauchen, also greifst du dir ein paar servietten und beginnst, auf ihnen herumzukritzeln.

was hast du bisher erreicht? die grundschule hattest du eher unauffällig hinter dich gebracht, im fussball in der großen pause wählte man dich stets ins tor, weil du dort den geringsten schaden anrichten konntest. kurz überlegst du, ob deine mitmenschen alle dumm sind, weil sie an die wichtigsten positionen immer die größten vollidioten wählen. dein weiterer schulischer werdegang endete mit einem unglaublich schlechten abitur von 3,6. drei-komma-sechs! entweder warst du unterfordert und faul oder zu dumm. oh, wie gern du dir das einredest. dabei genügte ein blick in deine unterhose auf das schülerlotsensuspensorium, um das zu beantworten.

was hast du sonst erreicht? ein paar nebenjobs als tankstellenwächter, kassierer im supermarkt und eine zeitlang hast du es sogar mit einem studium versucht. du! und ein studium. wie sollte jemand, der es nicht einmal schaffte, sich regelmäßig jeden abend die zähne zu putzen und die meiste zeit mit einem offenen hosenstall herumlief, in einem feld erfolgreich sein, das großen wert auf eigenständigkeit legte? natürlich scheitertest du. kamst mit dem – zu allem überfluss auch noch viel zu kleinen – schwanz zwischen den beinen wieder nach hause, zogst in dein altes kinderzimmer und verbrachtest wieder jeden abend damit, dir einen auf die nackten weiber im sportfernsehen runterzuholen und anschließend dem hulk hogan-poster an der wand gute nacht zu sagen. aber natürlich bist du kein idiot und würdest das niemals in deinen lebenslauf schreiben. der mensch, der deine bewerbung dann irgendwann auf dem schreibtisch liegen hat, könnte ja auf der seite vom ultimate warrior gewesen sein.

du überlegst dir für den lebenslauf, was deine stärken sind. du kannst furchtbar gut prokrastinieren. so gut, dass du mittlerweile die servietten beiseite gelegt hast und mithilfe zweier in deine nase gesteckter strohhälme panflöte spielst. aber du reißst dich zusammen, diesmal ist es dir ja ernst. was also sind deine stärken? prokrastination, unpünktlichkeit und die fähigkeit, sowohl mit links als auch mit rechts technisch relativ sicher zu onanieren. aber das könntest du niemals in deinen lebenslauf schreiben. nicht mal auf ultimate warrior-briefpapier. du formulierst es um. du besitzst „weitläufige interessen“, „terminliche flexibilität“ und bist auch „handwerklich begabt“. gut. jetzt musst du nur noch ein paar rahmendaten hinzufügen – spannweite, zeit auf 100m , gewünschtes alter fürs erste mal – ein paar passfotos im automaten schießen und schon bist du bereit für den bewerbungsprozess. du gehst in der nächsten u-bahnstation in einen dieser fotofixautomaten, reißt eines der bilder ab, klebst es mit spucke auf eine der servietten mit dem lebenslauf und gehst damit bewaffnet zum arbeitsamt.

dort angekommen ziehst du eine nummer, setzst dich hin, spielst das wartespiel und wirst schließlich von einem sachbearbeiter sonor-monoton heruntergenuschelt in seine sachbearbeiterkabine gerufen. du reichst ihm die servietten. er mustert dich. du kannst seinen augen ablesen, dass er dich – zu recht – für einen vollidioten hält. dennoch versucht er, ein guter mensch zu sein und tippt deine daten mit 2-fingertechnik in seine arbeitsstellenfindungswundermaschine ein. schließlich erzählt er dir von einem neuen projekt, bei dem jugendliche waisenkinder senioren betreuen, bespuckt dich mit anglizismen, irgendwas mit „generation gap closen“, du nickst nur. wie ein vollidiot. schließlich dreht er sich auf seinem bürostuhl um, hält seine hand wartend über die papierausgabe seines nadeldruckers, reißt ein blatt ab und überreicht es dir mit den worten „willkommen in ihrem neuen job als jugendbetreuer im seniorenheim punxsutawney.“