Der Ursprung

Die Welt ist voller Kackspechte. Weil man ihnen das allerdings so deutlich ansieht, hört ihnen niemand zu. Eine Bande von Kackspechten um Manfred Goatsemann erfand deshalb das Internet und dort lauter neue Dinge, wegen derer sie das tun konnte, was sie am liebsten tut: sich echauffieren. Der Grund ist dabei egal. Kackspechte regen sich über alles auf, solang es ihnen möglich ist, zu diesem speziellen Thema die Position der politischen Korrekterheit einzunehmen. Irgendwann jedoch gingen diesen Kackspechten die Themen und Positionen aus und sie fingen an, sich untereinander zu zerfleischen.

Kackspechte am Scheideweg

Das jedoch warf ein neues Problem auf: Wenn beide Parteien Kackspechte sind und sich an den Kackspechtkodex halten, gibt es keine Position der politschen Korrekterheit. Ein kurzes Studium der Wikipedia – wobei sich die erste Splittergruppe bildete, der die politische Korrekterheit egal war, solang sie die inhaltliche Korrekterheit für sich in Anspruch nehmen konnte – brachte hervor, dass sämtliche Wissenschaften über Theologie bis hin zu Angewandtem Töpfern irgendeinen Stand hatten, sich langsam weiterentwickelten und dies meist in irgendwelchen Laboren (oder im Himmel) geschah. Eine neue Wissenschaft musste her und diese sollte über das Internet betrieben werden können. Und als die Kackspechte da nackt vor ihren Macbooks saßen und an ihren Körpern herunterblickten, sprang die Aerosmith-CD im Hintergrund auf das nächste Lied: „Dude Looks Like A Lady“.

Die Geburt unbefleckte Empfängnis des Genders

Eine Idee ward geboren. Die Menschen waren ohnehin schon verwirrt von Typen, die aussahen wie Ladys und Ladys, die aussahen wie Typen und Typen, die aussahen wie Ladys, aber als Typen wahrgenommen und als Kassenpatient behandelt werden wollten. Eine Nebelbombe aus Geschlechterrollen wurde ins Internet geworfen und das Trash TV des Internets – Blogs – stürzte sich darauf.

Goldene Zeiten für politische Korrekterheit

Die Kackspechte rieben sich ihre kleinen, nach Kot riechenden Hände – da sie diese Wissenschaft erfanden, hatten sie auch immer die Deutungshoheit inne – garantierte politische Korrekterheit in jedem Fall. Sie mischten sich unter die Blogmenschen und sobald sie ein Thema im Fadenkreuz hatten, ließen sie die Tastaturen ihrer Macbooks glühen. Da diese danach von ihren Fingern sehr stark nach Kot rochen, erfanden sie für diesen Empörungsspam den Ausdruck „Shitstorm“ – ursprünglich nur als Hommage an ihren verstorbenen geistigen Anführer Manfred Goatsemann, der sich beim Versuch, seinen Kopf in seinen Arsch zu stecken, verlief und in seinem Zwölffingerdarm starb.

Der Versuch eines Ausblickes

Als hochdekorierter Internetwissenschaftler wage ich ungern Ausblicke, aber es ist offensichtlich, dass wir alle sterben werden und es hierfür vollkommen irrelevant ist, ob wir jedes geschriebene Wort unseres Lebens gegendert haben oder nicht. Hier liegt die Gefahr. Es ist für den Tod nämlich auch irrelevant, welche Körbchenfarbe oder Haargröße man hat und trotzdem lassen Menschen sich die Haare vergrößern und die Brüste färben.

Es wird sich leider nicht verhindern lassen, dass Menschen die Position der politischen Korrekterheit suchen, einfach, weil „Du bist viel mehr doof als wie ich!“ ein so wunderschöner Satz ist. Die Menschen streiten sich nunmal gern. Und besser über Buchstaben und Satzzeichen als über Lügen der Politikerkaste, Waffenhandel, Polizeistaatenwirklichkeit und Umweltverschmutzung.