heiße ollen

letztes wochenende wollte ich ausgehen, daher studierte ich die zeitung. da mir das ganze erst unterwegs einfiel, musste ich auf die von einem vorpassagier zurückgelassene bz zurückgreifen. und tatsächlich, die hinteren seiten waren zahlreich gespickt mit veranstaltungshinweisen, die meisten sogar mit dazugehörigen telefonnummern. unter anderem befand sich auf diesen seiten die anzeige eines neu eröffneten lokales namens „club der heißen ollen“. nachdem heiße ollen meine avisierte zielgruppe sind, überlegte ich nicht lang und machte mich auf den weg.

vor dem club angekommen wunderte ich mich dann allerdings, lauter einkaufsmobile für rentner standen da, im parkmodus. ich schob dies auf die umgebung, direkt nebenan befand sich ein altenheim. ich betrat den club also, wurde von einer frau mit einer karnevalsmaske begrüßt, die scheinbar einmal äußerst übergewichtig war und enorm viel von dem gewicht übertrieben schnell verloren haben muss, ihre haut hing an jeder mir ersichtbaren stelle um bestimmt 10cm, was den string leider nicht so gut zur wirkung kommen ließ. sie führte mich zu einer umkleidekabine. dort angekommen hielt ich kurz inne. so langsam wurde mir klar, dass es sich bei diesem club nicht um einen „tanz club“-club handelte, sondern um einen swinger club. aber da ich mit ladies so gut umgehen kann wie borussia dortmund mit geld, wollte ich dem ganzen einmal eine chance geben. dass auf dem waschbecken eine packung kukident stand, schob ich darauf, dass wohl der eine oder andere alte drecksack unter den besuchern sein wird und diese dort hat liegen lassen. nachdem ich schließlich bis auf meine boxer shorts entkleidet war, setzte ich die maske auf, die mir die empfangsdame in die hand gedrückt hatte. ein check im spiegel ergab, dass es sich hierbei um eine rotkäppchen-maske handelte, das schob ich auf einen mangel an verbliebenen masken, schließlich war es samstag abend, was für einen swinger club wohl stoßzeit bedeutete.

aus der umkleidekabine ging ich dann in den swingerbereich und dort direkt an die bar, wo außer mir nur ein anderer typ saß. ich wollte mir ein bißchen mut antrinken, schließlich war dies mein erster besuch in einem swingerclub. der typ muss das gespürt haben, er setzte sich neben mich und versuchte mich durch ein gespräch aufzulockern, in dessen verlauf mir sein osteuropäisch anmutender akzent auffiel. ich fand ihn ein wenig merkwürdig, aber mittfünfziger mit nippelpiercings und diese verbindenden ketten sind in einem swingerclub wohl normal. nach 4 tequilla sunrise hatte ich dann einen leichten pegel und wagte mich in den spielwiesenbereich. dort erschrak ich dann: entweder waren die anwesenden swinger alle früher einmal stark übergewichtig und haben explosiv schnell abgenommen, oder das waren alles rentner. ich ging also zur bar und fragte den netten osteuropäer, ob ich etwas mißverstanden habe, ich konnte auf den spielwiesen keine heißen ollen ausmachen. doch, versicherte er mir, hier seien lauter heiße ollen anzufinden. nach einem hin und her, das wohl auch durch die von mir auf den schock gezischten zwei flaschen bier unnötig in die länge gezogen wurde, stellte sich dann heraus, dass es sich beim „club der heißen ollen“ nicht um einen club voller heißer ollen handelte, sondern um einen club voller oller, die heiß waren.

der osteuropäer, der sich zwischendurch als karel vorstellte, konnte meine niedergeschlagenheit verstehen und lud mich dazu ein, ihn zu einer anderen veranstaltung zu begleiten, bei der mehr anwesende der altersgruppe entsprechen sollten, die ich bonen wollte. wir gingen gemeinsam zur umkleidekabine, wo sich der osteuropäer karel dann als karel gott entpuppte. und zwar wort-wörtlich. nein, ich wolle wirklich nicht mit unter die dusche. schon kamen mir zweifel ob des clubs, den karel da wohl herauspicken würde. ich schieb’s heute auf den alkohol, dass ich trotzdem mitging.

auf dem weg klärte karel mich dann auf, dass es sich bei unserem ziel um einen filmdreh handelte, bei dem ich sicherlich auf meine kosten kommen würde. bewaffnet mit der hoffnung, dass pornostars leicht rumzukriegen sind – ich nahm an, dass es sich um einen porno handelte, bei einem heimatfilm errechnete ich mir nicht sonderliche chancen, „auf meine kosten zu kommen“ – fuhren wir in einem taxi zu einem alten fabrikgelände in schönefeld. karel zeigte sich großzügig und zahlte die fahrt, ich hatte fast mein gesamtes budget an der bar verballert. wir betraten den drehort, der regisseur kam uns entgegen und umarmte karel herzlich. da ist sie ja, die goldene kehle von prag, rief er. beide lachten daraufhin, karel murmelte irgendwas von wegen er sei schon lang kein fluffboy mehr und zog mich hinter sich her in die umkleidekabine. dort lag ein din a4-blatt mit der überschrift „winnie pooh auf punani-jagd in der pusda, drehbuch“sowie ein zebrakostüm, in das wir schlüpfen sollten. bevor ich das blatt überfliegen konnte, drängte mich karel, in das kostüm zu schlüpfen. wir hoppelten dann aufs set. ein leichter windzug strich über meinen arsch, aus irgendeinem grund sagte ich nix dagegen, der hintere teil zu sein. vornübergebeugt schaute ich unten an meinem pint vorbei aus der ausladend großen offenen hinterseite heraus. als sich mir plötzlich ein männlicher darsteller in einem winnie pooh kostüm näherte und mein heck slappte, stieg ich aus dem kostüm, lief in die umkleidekabine und verriegelte die tür. ich zog mich an, verließ die garderobe durch das fenster und nahm den nachtbus nach haus.

als erstes ging ich an meinen computer und löschte alle pornobilder.