Geheimagent Ulf Torpedo und der Mann mit dem Hut / 2

(Fortsetzung von Geheimagent Ulf Torpedo und das Zugfenster / 1)

Vor dem Hauptquartier angekommen schwitzte Ulf kurz, erzeugte dabei einen erotisierenden Moschusgeruch, mit dem er drei vorbeilaufende kleinwüchsige Männer, die sich als Frauen identifizierten, schwängerte und brachte die Gender-Debatte so auf eine ganz neue Ebene.
Ulf kicherte, er konnte spüren, dass gerade eine Tierart ausstarb.
Noch immer stand er vor der Tür und harrte aus. Ulf begann sich zu wundern, wieso er nicht in der Lage war, einzutreten. Während er darüber nachdachte, wurde ihm bewusst, dass er austreten musste.
„Was für ein Zufall.“
Jetzt hatte er es wieder getan: In der Öffentlichkeit mit sich selbst geredet. Er hoffte, dass das niemand mitbekommen hatte. Just in diesem Moment lief ein Mann mit Hut an ihm vorbei.
„Ey, Mann mit Hut!“
„ICH HABE EINEN NAMEN!“
„Kenn ich den?!“
„Sie hätten es zumindest einmal versuchen können. Die Menschen geben sich heutzutage viel zu schnell auf, weil sie Annahmen treffen, ohne auch nur eine Sekunde zu reflektieren, ob es nicht vielleicht eine greifbare Wahrheit gibt.“
„Äh, okay. Hutfried?“
„Netter Versuch.“
Ulf verlor die Geduld, riss die Tür zum Hauptquartier auf, machte einen Schritt vorwärts, schlug die Tür hinter sich zu, drehte sich um und streckte Hutfried die Zunge raus. Hutfried nahm daraufhin seinen Hut ab und tat so, als würde er etwas aus dem Hut zaubern – einen Mittelfinger. Ulf holte sein Messer raus, presste es an seine Kehle und bewegte es von links nach rechts. Leider unterschätzte Ulf seine eigene Kraft und schnitt sich dabei ziemlich tief, eine sofort einsetzende starke Blutung war die Folge.
Während all das geschah, stand Ulf im Hauptquartier, genauer: In der Lobby. Der Portier beobachtete die Geschehnisse missbilligend.
„Wenn Sie auf den Teppich bluten, müssen Sie das zahlen, Torpedo!“
„Fiwwwwwwffffffsssssss…“
Ulf bemerkte schnell, dass er mit dieser großen Menge schnell aus seinem Hals austretenden Blutes nicht sprechen konnte, weshalb er auf Gebärdensprache umschwenkte. Leider war das einzige Wort, das er in Gebärdensprache sagen konnte, „Schäuble“. Glücklicherweise war der Portier Grieche und die Anspielung saß.
„Jetzt hör auf mit der Scheiße und geh hoch zu Nummer 9. Ich kümmer mich um Hutfried. WEHE DU BLUTEST AUF DEN TEPPICH!“
Ulf wunderte sich, wieso der Portier den Namen des Mannes mit Hut kannte, da ihm aber die Vokabeln fehlten, um das auszudrücken, blutete er nur ein wenig weiter und schlürfte zum Fahrstuhl.
Ulf begann zu frieren und drückte den Fahrstuhl-Ruf-Knopf.

(Fortsetzung: Geheimagent Ulf Torpedo, Nummer 9, Blut und Ejakulat / 3)