Geheimagent Ulf Torpedo, Nummer 9, Blut und Ejakulat / 3

(Fortsetzung von Geheimagent Ulf Torpedo und der Mann mit dem Hut / 2)

*BING*
Ulf fragte sich, was Microsoft dem Geräusch des ankommenden Fahrstuhls gezahlt hatte, damit es wie seine Suchmaschine klingt. Er versuchte, sich an den Namen des neuen CEOs von Microsoft zu erinnern. Irgendwas mit V? Ulf hasste es, wenn er sich selbst beim Lügen ertappte – natürlich war das Erinnern an diesen Namen kein Erinnern, er hatte ihn vielleicht zwei-, dreimal gelesen, aber gekannt hatte er ihn nie, nein, das wäre eine Lüge. Ulf beschloss, erst einmal die Blutung zu stoppen und in den Fahrstuhl zu steigen.
Im Fahrstuhl wandte er sich dem Iris-Scanner zu, kramte das Foto seiner Tante Iris aus dem Portemonnaie und hielt es davor. Die Fläche der zuvor verfügbaren Schalter drehte sich um und offenbarte einen Daumenabdruckscanner. Ulf drückte den „Daumen vergessen“-Knopf, kramte sein Handy hervor, öffnete die E-Mail-App und wischte wieder und wieder nach unten, um die „Passwort zurücksetzen“-Mail zu erhalten. Dann fiel sein Blick auf die obere Leiste des Bildschirms: Edge.
„Nööhhhhhhhhhhhhnnnnnnnnnn!“
Ulfs Schrei wurde von der immer noch starken Hals-Blutung abgewürgt. Er beschloss, nicht mehr aus dem Hals zu bluten. Genau zum richtigen Zeitpunkt, stand ihm das Blut mittlerweile doch schon bis zum Hals. Von außen jetzt. Ulf musste an Donald Trump denken und dessen Plan, den Sumpf auszutrocknen. Leider dachte er das mit seinem Arsch, weshalb sich ein Furz bildete, der nun langsam aber sicher nach draußen wanderte und damit auf circa 90cm Höhe in einen Fahrstuhl voller Hals-Blut-Suppe. Einmal Ulfs Anus entkommen, bewegte sich der Furz gleichmäßig wabernd nach oben. Ulf konnte spüren, wie er seinen Rücken entlangfuhr, das davon ausgelöste Kitzelgefühl ließ ihn lachen. Leider erneut mit dem Arsch, wodurch sich nun ein Bröckchen Kot auf den Weg nach draußen machte.
Die Blase war gerade dabei, die Blutoberfläche zu durchstoßen, als sich mit einem *BING* die Fahrstuhltür öffnete und das Blut – überraschend dickflüssig und zäh – aus der Fahrstuhlkabine gespült wurde. Zu Ulfs Unglück stand Nummer 9 jedoch direkt vor dem Fahrstuhl, um keine Zeit zu verlieren und ihn direkt briefen zu können. Glück im Unglück: Da Nummer 9 beim Nachdenken oft Nasenbluten bekam, sind alle seiner Unterlagen menschenblutfest.
„TORPEDO!“
„Chef?“
Nummer 9 schob das Blut mit der Hand an seinem Körper herunter und ließ es auf den Rest des Blutbreis fallen. Er übersah dabei das Bröckchen Kot, das ihm nun an der Stirn klebte. Ulf Torpedo hatte diesen einen Nudelsketch von Loriot gesehen, also wusste er, dass den Kot anzusprechen nur zu unseriösen Verwirrungen führen würde, weshalb er das Thema einfach ignorierte.
„Torpedo, wenn sie diesen Auftrag erledigt haben, müssen sie sich dringend vom Arzt durchchecken lassen, die Konsistenz und der Geruch ihres Blutes machen mir Sorgen.“
„Ich bin seit 4 Stunden nicht gekommen.“
„Was hat das…“
„…“
„NEHMEN SIE DIE HAND AUS DER HOSE!“
„Tschuldigung.“
„AUS MEINER AUCH!“
„Hihi.“
„Torpedo, für so etwas haben wir jetzt wirklich keine Zeit. Da der Flur mit ihrem Blutejakulatwasauchimmergemisch kontaminiert ist – ich hab bei der Geburt der Zwillinge mit der Kamera voll draufgehalten als meiner Frau der Damm riss und alles, wirklich alles überall war, aber das ist das mit Abstand übelriechendste und ekelhafteste…wieauchimmer – lassen Sie uns in den War Room gehen, wir dürfen keine Zeit verlieren.“
„Sie haben da übrigens…“
„WIR HABEN KEINE ZEIT, TORPEDO! LOS!“