kaum ist das neue jahr eine woche alt, schon frage ich mich, wieviel geld nächstes jahr für böller ausgegeben wird. von mir nichts, keine frage. aber das können doch nicht nur eltern sein, die da böller kaufen, um mit ihren kleinen einen tollen abend zu haben. was ist der sinn dahinter? meine theorie ist, dass es dazu dient, geld zu vernichten. wer hat das papiergeld erfunden? die chinesen. wer die feuerwerke? die chinesen. man halte sich einfach mal vor augen, was da genau geschieht: millionen volljährige – meist männliche – personen begeben sich mitten in der nacht – im winter – nach draußen, um dort kerzen anzuzünden, die nur 5 sekunden brennen und sich selbst vernichten. wenn sie vor der selbstzerstörung wenigstens einen geheimen auftrag oder eine stimme, die „haha, hier explodieren gleich 20€“ abgespielt hätten, aber nein, hier wird die selbstzerstörung an sich hervorgehoben, durch bunte farben und laute geräusche. ich dachte, dafür ist fasching da.

und bin ich der einzige, der es merkwürdig findet, dass es immer dunkel ist, wenn raketen abgeschossen werden? inzwischen glaube ich, dass die feuerwerksindustrie nur noch leere raketen verkauft und über den städten mit flugzeugen fliegt, die mit bunten lichtern und lautsprechern für die bekannten effekte sorgen. das mag im ersten moment als übertriebener aufwand erscheinen, aber wenn man das ganze hochrechnet auf, sagen wir, 20 jahre, ist der treibstoff dieser flugzeuge mit sicherheit günstiger, als diese raketen mit schwarzpulver und kram zu füllen.
ich habe schon überlegt, mich zu vermieten. die leute würden mir ihr geld geben, ich würde es anzünden und ganz laut BUMM brüllen. alternativ WIIIIIII oder SCHHH-TSSSSSS-BUMM-KNIRSCH. falls bedarf besteht, würde ich meinen kunden dann mit ein paar farbigen taschenlampen in die augen strahlen. als firmenwagen würde ich mir einen wagen der bsr leihen, aus dem ich dann alle paar meter papiermüll und sektflaschen auf dem boden verstreuen würde. im preis inbegriffen wäre eimersaufen mit strohrum, sowie ein katalog an möglichen „haha du warst gestern so abgefuckt, du hast…“-geschichten für die nicht-alkoholiker, die diese dann während des eimerns studieren könnten, um am nächsten tag ebenfalls ein wenig spaß zu haben. für die diejenigen mit einem schlechten gedächtnis würde ich 50cm lange holzstäbchen verteilen, die sie dann ausgewählten angetrunkenen in den kopf rammen könnten – typische silvester-verletzung.

eine andere überlegung war, mit schwarzpulver gefüllte brote zu verkaufen, um dieser „brot statt böller“-aktion endlich einen sinn zu geben. wie meinen die das? soll man solange brot fressen, bis der erste zu fett ist, von einem angezündeten böller rechtzeitig wegzurennen, stirbt und dadurch alle anderen abschreckt? ja, genau. und nächstes jahr kaufen die wieder böller.

mittlerweile gibt es sogar einige trittbrettfahrer – „hilfe statt böller“ – nach spätestens einer stunde „hilfe“ schreien gibt man der lautstärkenübermacht der böller doch eh nach. „spenden statt böller“ – ebenfalls probiert, dadurch, dass die meisten blutspenden in plastikbehältnissen verpackt sind, riecht das nur eklig und erzeugt keinerlei sonstigen irgendwie interessanten effekt. für dieses programm wäre höchstens eine alkoholikerlunge interessant, aber anscheinend spendet niemand sowas. „reis statt böller“ – damit wäre zwar der kreis zum ursprungsland des feuerwerkes geschlossen, aber wie soll man die kleinen körner anzünden? da passt doch niemals nie nicht nirgends eine lunte dran. „langkornreis“? ja, und ein zwergglattwal ist mit 6m und 3t klein.
ich glaube ich werd’s dieses jahr so machen, dass ich zwei tage vor silvester einen schinken esse, nur um dann beim fachsimpeln am 31. selbst über böllerkäufe sagen zu können „ich hab mir dieses jahr im kaufhof einen schinken für 1.79€ gekauft, aber der is kacke, also mittlerweile“.