heute war in der magdeburger tram mal wieder eine fahrkartenkontrolle. glücklicherweise hatte ich mein semesterticket in form meines studentenausweises im portemonnaie. unglücklicherweise konnte ich den jedoch erst darin finden, als ich mit dem bußgeldbescheid für schwarzfahren zuhause ankam. und jetzt muss ich 750eurocent bezahlen.

eigentlich sinds 4.000, entgegen der durch die plakativ angebrachten schwarzen warnschildchen verkündeten warnung, dass man 6.000 zahlen müsse, aber durch einen nachweis, dass man zum zeitpunkt der kontrolle einen gültigen fahrausweis besaß, kann man die tatsächlichen 4.000 auf 750 „drücken“. wenn ich einen gültigen fahrausweis besessen hätte, wäre ich doch aber gar nich erst in diese bredouille geraten oder noch viel schlimmer, dann hätte man mir diesen bescheid über die zahlung eines „erhöhten beförderungsentgeltes“ doch gar nicht ausstellen müssen. also laufen diese 750eurocent wohl unter der überschrift „verwaltungsaufwand“. welcher aufwand? ein 100cent-jobber notiert meine daten auf einem blättchen und gibt mir ein standardüberweisungsformular mit angehängter anschrift der beförderungsbetriebe und packt am ende seiner schicht alle in eine schublade mit der aufschrift „2.2.2006“ – bis dahin müssen die offenstehenden schulden beglichen werden, ansonsten würde man ein inkassounternehmen losschicken, das dann keinerlei unterschied macht, ob man zum zeitpunkt der beförderung einen gültigen fahrausweis, wenn auch nur theoretisch, besaß, die vollstrecken dann einfach die kompletten 4.000 plus den verwaltungsaufwand ihrerseits. wenn man am tag der vollstreckung dann nicht anwesend ist, erhält man einen brief, dass man nicht angetroffen wurde. dass man sie nicht angetroffen hat, weiss man ja eigentlich selber, freut sich aber dennoch über diese – immerhin 5.000cent teure – erinnerung daran. so geht das dann noch 2 mal, bis die letzte mahnung ins haus steht und der betrag sich auf 40.000cent beläuft. mittlerweile ist man dann nicht mehr froh darüber, dass man diese vollstreckungsmenschen nicht angetroffen hat, sondern verflucht den tag ihrer geburt, kann aber auch nicht konstant anwesend sein, da man mittlerweile einen nebenjob angenommen hat, um die verwaltungsgebühren, die zinsen darauf und die zinsen darauf begleichen zu können. irgendwann kommt man dann nach hause und hat auf allerlei möbelstücken das logo von dieser einen klebstofffirma, eine aufgebrochene tür, was erneut kosten von 12.000cent verursacht, und keinen fernseher mehr. das ist dann meist auch wieder einer dieser tage, an denen man, marktforschung sei dank, von einer entfernt ansässigen bank ein unglaublich günstiges angebot für einen kredit über 1.000.000cent erhält, bei einer laufzeit von 10jahren und jährlichen zinsen von 5% zu schön, um wahr zu sein. dann realisiert man jedoch, dass man ja immer noch in magdeburg wohnt und man zum nächsten briefkasten die tram nehmen müßte…