1. Wenn sich in Social-Media-Kanälen Streikbefürworter und -gegner streiten… und du beide Seiten trollst.
  2. Wenn sich im vollen Schienenersatzverkehr ein Frotteur an dir reibt… und du selber einer bist.
  3. Wenn die Springer-Medien hetzen… und du das nicht lesen kannst, weil du anderes Klopapier – das mit den Dinos drauf – benutzt.
  4. Wenn du jeden Tag zu spät zur Arbeit kommst… und du jetzt immerhin eine Ausrede dafür hast.
  5. Wenn du wieder und wieder das Bild von Claus Weselsky sehen musst… und dein eigener, unglaublich lächerlicher Bart plötzlich maskulin wirkt.
  6. Wenn sich kein Mensch für Bahnchef Gruber und Bahnverhandlungsführer Weber interessiert… und deshalb niemand in der Nähe ist, wenn du dich nachts auf die Dächer ihrer Häuser schleichst, um ihnen morgens, wenn sie zum Büro aufbrechen, auf den Kopf zu pinkeln.
  7. Wenn die Ringbahn nicht fährt… und du im Suff wieder an irgendwelchen U-Bahn-Endstationen vom Fahrer mit Nackenküssen geweckt wirst.
  8. Wenn du jeden Tag im Stau stehst… und du deshalb in aller Ruhe das gefährlichste Buch der Welt lesen kannst. Haha, nein. Deine Version von „500 Miles“ der Proclaimers ist am Ende des Streiks aber perfekt. Daaaarunga! (Oder so.)
  9. Wenn du die Gehälter siehst, die den Streikenden nicht ausreichen… und du dann an ihre lächerlichen Uniformen denkst und dass sie so verkleidet auch noch Städte wie Hamburg, Gütersloh oder Hagen besuchen müssen und sie plötzlich verstehen kannst.
  10. Wenn im Fernsehen in Sondersendungen irgendwelche Dullis als „Bahn-Experten“ präsentiert werden… und du froh bist, dass die jetzt nicht mehr mit in den Unterhosen verstauten Süßigkeiten auf Kinderspielplätzen rumlungern.