der tag war noch jung als leopard zing durch die holzjalousien seines büros auf die straße blickte. es herrschte trotz der frühen stunde schon rege geschäftigkeit, doch half ihm dies nicht weiter, er zermarterte sich sein gehirn wegen seines aktuellen falles. ein verschwundener labrador. soweit war es gekommen. noch vor 5 jahren hätte er sich kunden mit solchen lapaillen nicht einmal in sein büro durchstellen lassen, heute hatte er nicht einmal mehr eine sekretärin.

trotz seiner banalität hatte es dieser fall aber in sich. seine kundin, henriette von beckenstahl, eine industriellengattin, befand sich im urlaub auf der familieneigenen privatinsel, verließ ihre liege für 5 minuten um eine runde im meer zu schwimmen und fand lediglich eine visitenkarte als sie zu dieser zurückkehrte. die aufschrift? „K.L.A.U.S. dankt.“ er war schon so weit, dass er wusste, dass K.L.A.U.S. für klau-labradore-am-unbewachten-strand steht, genauere informationen bezüglich der aufenthaltsorte oder mitglieder dieser vereingung hatte er jedoch nicht. um zu recherchieren, besuchte er eine agility-veranstaltung, wo labradore und andere hunde einen hindernisparcours durchlaufen, während ihre besitzer neben ihnen liefen. getarnt mit tropenhelm, angeklebtem bart und verspiegelter bergsteigersonnenbrille mit seitlichem sichtschutz mischte er sich unter die teilnehmer. er erfuhr, dass labradore fremden leicht vertrauen und recht intelligente vertreter ihrer rasse sind. damit war für leopard der fall klar: diese organisation entführte die hunde, um mit ihrer geisteskraft die weltherrschaft zu erlangen.

jetzt, wo er wußte, warum k.l.a.u.s. seine taten beging, hatte er immer noch nicht das WIE herausgefunden. er nahm also einen kredit auf, kaufte sich eine hundeentführungssimulationssoftware und spielte den fall durch. und erfolgreich, das programm lieferte ihm schnell den tathergang: die mitglieder der sekte hatten sich tage vor dem eintreffen der gräfin in taucheranzügen am strand im sand vergraben und mithilfe eines teleskopes nach einer günstigen gelegenheit ausschau gehalten, als der zeitpunkt dann gekommen war, schnappten sie sich rocco von sindelfingen (so der offizielle name des hundes), plazierten ihn in einem wasserdichten mit einer sauerstoffflasche versehenen karton und entkamen unter wasser unerkannt.

leopards weitere recherchen ergaben, dass labradore gebürtige kanadier sind, also machte er sich auf zu ihrem ursprung. in kanada begab er sich zum herkunftsort der labradore, nach labrador, genauer gesagt ins kleine städtchen st.alban’s, wo der schwedische popmusiker dr. alban wie ein heiliger verehrt wird. dort angekommen war er erst einmal verwirrt – überall waren schilder der bundeswehr mit deutscher aufschrift. er hatte das gefühl, an etwas großem dran zu sein. doch erst das vergnügen, dann die pflicht. er besuchte die legendären massagesalons zu füßen der blas-mich-runter-berge und ging eisangeln mit den inuit. nachdem er dann jedoch 2 tage an einem loch im eis verharrte, ohne etwas zu fangen, beschloss er, wieder dem eigentlichen grund seines besuches nachzukommen. in kompletter armeemontur, angeklebtem bart und verspiegelter sonnenbrille machte er sich auf, die einwohner des örtchens happy valley-goose bay zu befragen. sofort fiel ihm auf, dass alle von ihm befragten trotz des fröhlichkeit versprechenden namens auffallend apathisch agierten, fast so als ob sie von labradorkontrollierten gehirnstrahlen versklavt würden, dachte er sich im spaß. er beschloß, einfach mal bei der luftwaffenbasis anzuklingeln und sie nach mithilfe zu bitten, natürlich dann als deutscher bka-beamter mit grauer stoffhose, stillosem hemd von der stange, angeklebtem bart und hornbrille verkleidet. doch seine anwesenheit schien nicht erwünscht zu sein, am pförtnerhäuschen bereits wurde ihm mitgeteilt, dass zutritt auf die basis nur akkreditierten mitgliedern der luftwaffe erlaubt sei, auf darauf eingehende nachfragen wurde er mit dem hinweis auf die vertraulichkeit der aktivitäten auf dem stützpunkt abgespeist. sofort klingelten bei ihm alle verfügbaren alarmglocken. er nahm sich vor, die basis im laufe seines aufenthaltes einmal unter die lupe zu nehmen, vorerst wollte er jedoch erkunden, ob er vom in nain ansässigen labradorzüchterverein vielleicht informationen erhalten könnte. doch ebenfalls fehlanzeige, auch hier stieß er auf abweisung.

zeit zu handeln. er wartete die nacht ab und schlich sich auf die luftwaffenbasis. ein gebäude erregte seine besondere aufmerksamkeit – ein komplett schwarzer würfelförmiger komplex, vor dem 2 wachen patrouillierten. doch hinter dem gebäude war die luft rein und merkwürdigerweise eine unverschlossene hintertür, über der „notausgang“ geschrieben stand. nicht mal im ausland ist man vor der deutschen normenwut sicher, dachte er sich. er öffnete die tür vorsichtig und betrat das gebäude. ein merkwürdiges surren lag in der luft. als ob hier irgendetwas aufgeladen würde. vorsichtig näherte er sich einer der zahlreichen scheiben, die den blick auf einen fussballfeldgroßen raum freigaben. was er sah, schockierte ihn. zahllose plexiglaskästen, in ihnen labradore, an deren köpfen elektroden befestigt waren. er betrat den riesigen raum vorsichtig. nicht vorsichtig genug, er wurde sofort entdeckt und von 2 wachen gestellt.

als er wieder aufwachte, stand vor ihm ein mann in einem kittel, versehen mit dem namensschild „k.l.a.u.s. #c2“. bingo! er wollte sich freuen, stellte aber fest, dass er gefesselt war. ängstlich blinzelte er dem mann im kittel entgegen.

– guten morgen, herr zing.
– woher kennen sie meinen namen?
– wir verfolgen ihre entwicklung seit einigen jahren, schade das mit ihrer detektei.
– naja, die wirtschaftliche lage. wer sind sie? was machen sie mit den ganzen labradoren?
– wir brauchen die labradore, um mit ihren gehirnstrahlen die menschen in der umgebung zu unterwerfen und unsere neuste entwicklung zu kontrollieren – die komplett unbemannte luftwaffe.
– wieso entführen sie die hunde? züchtung wäre doch viel einfacher.
– sehen sie, wenn labradore in gefangenschaft aufwachsen und ein fades leben wie eine laborratte führen, wird das zum aussenden der gehirnstrahlen benötigte genom nicht aktiviert. und da labradore sehr wasserfreundliche hunde sind, war es naheliegend, sie ihren besitzern am strand zu stehlen, der großteil vermutete immer, dass ihnen ihre labradore entschwommen sind.
– und was passiert jetzt mit mir?
– nun, die informationen, die sie gerade erhalten haben, sind als streng vertraulich klassifiziert. es gäbe nun 2 möglichkeiten, entweder wir machen sie zu einem hohen würdenträger der luftwaffe, der zugriff auf geheimnisse solch hoher stufe hat oder wir testen an ihnen die wirksamkeit unserer waffe, um bei dieser gelegenheit ausländische investoren zu beeindrucken.
– das klingt nicht so, als ob ich bald orden hätte.
– exakt. sie werden in 5 minuten erneut das bewußtsein verlieren und wenn sie wieder aufwachen in einem roten overall mitten in einem wald südlich von dildo sein. dann haben sie noch circa 10 minuten, bevor sie sterben.
– dildo? hahaha.
– dies ist das letzte mal in ihrem leben, dass sie lachen.
– das können sie doch nicht tun! leute werden mich suchen! damit kommen sie niemals durch!
– niemand wird sie suchen, wir haben bereits alles veranlasst, morgen wird dpa melden, dass ein deutscher privatdetektiv bei einer recherche im neufundländischen eismeer verschollen ist.
– hm, kooler plan.
– danke, wir habe uns mühe gegeben.

schweigen. bewußtlosigkeit. als leopard zu sich kommt, liegt er mitten in einem wald. orientierungslos beginnt er zu rennen. nach circa 5 minuten dann kann er ein kleines gebirge ausmachen. er rennt, verspürt bereits ein brennen in der lunge, verteufelt seine schlechten angewohnheiten und hört plötzlich ein lautes geräusch, das nach einem flugzeug klingt. auf einmal eine explosion 20m neben ihm, von deren druckwelle er zur seite geschleudert wird. am boden liegend kann er erkennen, wie ein kampfjet über ihn hinweg fliegt. für einen kurzen augenblick hegt er die hoffnung, dass man ihn nun vielleicht für tot halten würde. dann jedoch fällt ihm auf, dass er ja einen knallroten overall trägt und diese neumodischen jets doch mit sicherheit irgendwelches wärmesuchzeugs haben. also berappelt er sich und spurtet weiter in richtung gebirge, an dessen fuss er eine kleine höhle ausmachen kann. kurz bevor er diese höhle erreicht, hört er erneut das heranfliegen des kampfjets, mit einem hechtsprung rettet er sich in die höhle, hinter ihm eine explosion, die den zugang zu eben jener verschüttet.
gefangen. mitten in einer höhle irgendwo in neufundland. naja, besser als tot. auf dem boden liegend schnappt er nach luft und überschlägt im kopf seine möglichkeiten als er erschrickt – eine stimme spricht zu ihm.

– na, auch auf der flucht vor k.l.a.u.s.?
– wer sind sie?
– mein name ist von keiner bedeutung mehr, ich habe ihn abgelegt, seit ich vor 15 jahren hier landete.
– 15 jahre?! soll das heißen, dass wir hier gefangen sind und sterben werden?
– im grunde schon. also hier am anderen ende der höhle ist ein geheimgang, der direkt nach miami beach führt, aber das ist keine option, da gibt es andauernd tornados und meine haut ist auch sehr sonnenempfindlich.
– meine nicht, haunse.

nach 2 wöchigem fussmarsch erreicht leopard völlig ausgemergelt schließlich eine luke, die zu öffnen seine gesamte restliche kraft erfordert. schließlich schafft er es und entsteigt dem gang um direkt am strand herauszukommen. als er dann die strandpromenade entlangläuft, um aufrund seiner starken unterernährung in ein krankenhaus zu gehen, wird er von modelscouts entdeckt. er stellt sich ihnen als gepard ying vor und erhält sofort einen job als laufstegmodel für einen örtlichen designer. im laufe von 2 jahren verdient er auf diese weise schließlich ein ansehnliches vermögen und leistet sich eine gesichtsoperation. nachdem diese verheilt ist, geht er dann schließlich auch auf angebote von zeitschriften ein, die ihn auf ihren titelblättern haben wollen. das letzte, was man von gepard/leopard gehört hat, war, dass er es sich mittlerweile in australien gutgehen lässt.