1. Mach einfach nicht mit. Ein Streit ist nur ein Streit, wenn mehrere Parteien daran beteiligt sind. Wenn da einfach nur jemand steht und sich ärgert, ist das kein Streit. Wenn es also so weit kommt, verharre einfach und warte, bis es vorbei ist. Irgendwann ist es garantiert vorbei. Spätestens dann, wenn du dir eine Ohrfeige gefangen hast. Aber wer zuerst physisch wird, hat verloren. 1:0 für dich!
  2. Übernimm die Position deines Gegenübers. Ihr habt gegensätzliche Positionen? Jetzt nicht mehr! Warum sollte sich jemand wie ein Gorilla vor dir aufplustern und dich von etwas zu überzeugen versuchen, das du längst genau so siehst? Wo keine Meinungsverschiedenheit herrscht, gibt es auch keinen Streit, den du verlieren könntest.
  3. Hör auf zu reden. Ähnlich wie Punkt 1, nur dass du das anwenden kannst, wenn der Streit längst fortgeschritten ist und du gerade merkst, wo du da reingeraten bist. Oft fangen solche Unterhaltungen ja ganz harmlos an („Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie gut ist der Sex mit meiner besten Freundin?“) und wenn du dich dann erstmal um Kopf und Kragen geredet hast, wird es eher schwierig, am Streit nicht mehr teilzunehmen. Außer, du redest einfach nicht mehr. Schweig und versuch, süß auszusehen. Erst den Kopf nach oben bewegen und dann nach oben blicken. Klappt immer. Sogar mit deinem Gesicht, Pluto.
  4. Rede lauter. Falls du nicht süß aussiehst, kannst du auch in den Angriff gehen. Vor dir steht ein Gorilla? Werde zu King Kong! Brüll, egal was. Egal, wie dämlich. Sei lauter. Irgendwann wird es deinem Gegenüber unangenehm sein, was die anderen Leute in der U-Bahn denken und er wird den Streit auf später verschieben und dann hast du wieder mehr Optionen (Punkt 1 zum Beispiel).
  5. Alterniere lautes und leises Reden. Dein Gegenüber hat, obwohl er sich gerade mit dir streitet, auch nur ein normales Nervenkostüm. Wenn du während des Redens jedoch immer wieder die Lautstärke wechselst zwischen lautem Brüllen und leisem Flüstern, wirkst du schnell entweder wie ein mordbereiter Psychopath oder wie ein Vollidiot. Gegen beide will man keinen Streit gewinnen.
  6. Ermüde durch Wiederholung. Jemand hat immer bessere Antworten parat? Vergiss seine Antworten und wiederhol einfach immer wieder deinen Punkt! Die Fakten interessieren niemand, du willst den Streit gewinnen!
  7. Wechsle das Thema. Ihr streitet euch über Geld? Ab jetzt streitet ihr euch über die Tapete! Wechsle das Thema und überlass es deinem Gegner, damit zurechtzukommen – DU machst dir Sorgen um die Tapete.
  8. Sing. Niemand würde Frank Sinatra anschreien, während er von New York singt. Selbst Alexander Klaws darf unbehelligt „Take Me Tonight“ singen. Sieh die Toleranz Sängern gegenüber als deine Chance und fang mitten im Streit einfach an zu singen. Wenn du besonders schräg singst, fängt dein Gegenüber an zu lachen und dann warst du es, der mit diesem komödiantischen Element dafür gesorgt hat, dass die Situation entspannt wurde. Das zählt als Sieg.
  9. Entferne dich rückwärts von deinem Gegenüber. Dein Gegner steht vor dir und diskutiert? Bleib in Bewegung und gehe langsam rückwärts. Du kannst dabei nur gewinnen – befindet ihr euch im Freien, bist du irgendwann zu weit weg, um seine Positionen zu hören, befindet ihr euch in geschlossenen Räumen, wirst du wahrscheinlich auf eine Gardine treffen, hinter der du dich verstecken kannst.
  10. Verwende missverständliche Gestik und Mimik. Werte deine schwachen Argumente dadurch auf, dass du wild gestikulierst. Diese Gesten müssen nicht zu dem passen, was du gerade sagst, sie unterstreichen aber deine Hingabe und wenn dir das Thema SO wichtig ist, musst du ja wohl recht haben! Bonus: Verwende Mimik, die in deinem Kulturkreis nicht passt. Nicken heißt ja? Nicken heißt ab jetzt Nein, Kopfschütteln heißt ja. Ist ein bisschen Spock, ist ein bisschen Jedi Mind Tricks, ist eigentlich Blödsinn. Funktioniert aber.

TL;DR: Streit stinkt. Versuch, ihn zu vermeiden. Denn wenn du das kannst, hast du mehr Zeit, mein Buch oder E-Book zu lesen. Das sollte es dir wert sein.