1. Einkaufswagen oder Korb? Das, wovon weniger da ist. Hast du Münzen dabei? Knöpfe tun es auch. Oder Popel. Idealerweise hast du die ersten beiden nicht parat, wenn du dir einen Einkaufswagen sichern willst und verwendest Dritteres, um deinen Einkaufskorb zu markieren – man kann ja schließlich nie wissen, was sich innerhalb des Supermarktes so für Asoziale rumtreiben!
  2. Was wenige wissen: Bis die Waren an der Kasse bezahlt wurden, gehören sie immer noch dem Supermarkt selbst, es besteht also kein Grund, weshalb du diese ausschließlich aus den Regalen nehmen solltest. Siehst du einen anderen Einkäufer, dessen Warenzusammenstellung im Einkaufswagen dich inspiriert und du möchtest einen der Artikel haben? Greif zu!
  3. Während du durch die Gänge läufst, wird dir wahrscheinlich auffallen, dass die einzelnen Bereiche thematisch sortiert sind: Es gibt Brotregale, Müsliregale, Getränkeregale, usw. – falls dir die Anordnung nicht gefällt, spricht nichts dagegen, innerhalb einer Abteilung umzusortieren. Das Brot alphabetisch aufsteigend? Preislich absteigend? Du kannst auch jedes Brot ablecken und nach Geschmack sortieren. Denk immer daran: Solang kein Hausverbot ausgesprochen wurde, bist du frei, zu tun, was du willst und wie ein Fettsack beim All-You-Can-Eat-Buffet muss es auch beim Vertrauensvorsprung, den Supermarktbesitzer ihren Kunden geben, einen Vollidioten geben, der die Mischkalkulation völlig zerstört. Sei dieser Vollidiot.
  4. Du stehst vorm Müsliregal und bist von der Auswahl überwältigt, weißt nicht, zu welcher Sorte du greifen sollst? Seit selbst die schäbigsten Discounter neben Lebensmitteln auch vom Laster gefallene Töpfe verkaufen, wirst du auf jeden Fall etwas finden, worin du dir eine Testportion zubereiten kannst – Milch wird es auf jeden Fall geben.
  5. Falls du eine der Kleidungsstücke kaufen willst, die sich im Angebot befinden, solltest du diese vorher anprobieren und dich vor jener Anprobe komplett entkleiden – aus Hygienegründen. Du weißt schließlich nicht, ob du mit deiner Kleidung zuvor in Obdachlosenerbrochenem gesessen hast. (Wenn du vorher U-Bahn gefahren bist, hast du in Obdachlosenerbrochenem gesessen.)
  6. Die Warentrenner fürs Band an der Kasse sind auch nur Empfehlungen – wenn du etwas anderes hast, das eine ähnliche Form hat, kannst du deine Artikel auch damit von denen des Vorder- und/oder Hintermannes abtrennen. Ein Glied, zum Beispiel. Oder sehr lange Brüste.
  7. Die Durchsage, dass der Supermarkt in wenigen Augenblicken schließt und alle Kunden sich in Richtung Kasse bewegen sollten? Pure Schikane, die noch dazu gegen die Genfer Konvention verstößt! Schütze deinen Supermarkt vor den eventuellen Problemen durch Menschenrechtsaktivisten, indem diese Durchsage komplett ignorierst und in Ruhe weiter überprüfst, ob die Packungsbeschriftungen zweier Milchpackungen wirklich identisch sind – in den Zeiten von Lügenpresse kann man schließlich nichts vertrauen, was mit Text bedruckt ist!
  8. Da du beim Kauf von Pommes um die Wichtigkeit der Kühlkette weißt, ist es von besonderer Wichtigkeit, dass im Tiefkühlregal die richtige Temperatur herrscht. Supermarktketten haben dort meist eigene Thermometer angebracht, aber Zahlen sind sowas wie Buchstaben und diesen zu vertrauen wäre fatal. Bring deshalb dein eigenes Thermometer mit, dessen Temperatur du an deinem Körper geeicht hast – in den Ohren, unter den Achseln oder im Arsch. (Unbedingt auf die Reihenfolge achten.)
  9. Frag die Dame an der Wursttheke, ob die grobe Fette heute frei hat. Lache dann laut, erkläre den uralten Witz dazu und frage anschließend sehr ernst erneut nach der groben Fetten.
  10. Es sind nie genug Kassen geöffnet. Stelle dich deshalb an eine geschlossene und warte. Die Zeit ist auf deiner Seite – und dann bist du ganz vorn.