1. Musikwahl. Diese eine Versicherung, die ihren Vertretern Tickets für den Puff bezahlt hat, benutzt den Soundtrack von „Drive“ für eine verkackte Image-Kampagne. Ergo soll ich jetzt jedes Mal an Ryan Gosling denken, wenn euer scheiß Name fällt? Nein. Vergewaltigt bitte den Soundtrack von Harry Potter oder Twilight, aber macht mir nicht diesen Film kaputt. Huren.
  2. Pseudotabubrüche. Es wird als Durchbruch gefeiert, wenn eine Creme-Marke normale Frauen als Testimonials verwendet. Am meisten von dieser Marke selbst, wodurch die Verwendung dieser fetten Weiber eben nur als Verwendung fetter Weiber rüberkommt. Das sind ganz normale Frauen, ich bin schon einmal U-Bahn gefahren, die sehen alle so aus, ihr seid jetzt ganz bestimmt keine Helden des Feminismus. Macht das einfach konsequent für alle Marken eurer Dachfirma, redet nicht darüber und es ist halbwegs glaubhaft. So ist es einfach nur unglaubwürdig und der Versuch, irgendeine Nische („Körperpflege für fette Weiber“) zu besetzen. Nein.
  3. Worthülsen. Weil „dünner“ und „leichter“ bessere Superlative sind als „3 Tage lang“, haben es Marketing-Dildos geschafft, dass unsere Handys immer dünner und leichter sind, aber der scheiß Akku keinen Tag übersteht. Also klar, dafür entwickelt ihr jetzt Ladegeräte, die dafür sorgen, dass dieser dumme kleine Akku in „30 Minuten 60% auflädt“ und das ist dann ein weiteres Produkt, das ich kaufen soll und das dann – natürlich – in regelmäßigen Zeitabständen erneuert werden muss (geplante Obsoleszenz, dies, das), aber wenn ich gerade ermordet werden würde und den Notruf nicht anrufen kann, weil mein scheiß Akku leer ist, bringt es mir überhaupt nichts, dass das einzige, womit ich mich wehren könnte, „jetzt noch leichter und dünner“ ist. Fickers.
  4. Popups. Es ist mir scheißegal, ob deine mobile Webseite auch als App verfügbar ist. Hör auf mit diesem vergammelten Popup. Und deinen verkackten Newsletter will ich auch nicht abonnieren. Zeig mir einfach den Inhalt, wegen dem ich auf deine Seite gekommen bin. Nein, ich werde dich nicht auf Facebook liken, damit ich das lesen kann. Kackkopf.
  5. Testimonials. Prominente, die ihre Fresse in die Kamera halten und damit für irgendwelche Produkte werben. Scheinbar gibt es wirklich Leute, die glauben, dass ein Rasierer besser funktioniert, weil ihn der Darsteller von Wolverine auch verwendet. Ich bin keiner davon. Hört auf damit. Arschmaden.
  6. Banner. Ich bin seit 17 oder 18 oder wasweißichwievielen Jahren im Internet und habe in dieser Zeit 3 Banner angeklickt. Aus Versehen. Der Scheiß hat nie funktioniert, funktioniert nicht, wird nie funktionieren und macht, dass ich Lebenszeit beim Lesen von Internetseiten verliere, weil ich an diesen Drecksteilen vorbeiscrollen muss. Und dieser Hass multipliziert sich noch, wenn diese Werbebanner Flash-Banner sind. Hört auf damit, sonst finde ich heraus, wo ihr wohnt und ramme euch eine Taschenlampe ins Auge. Klick drauf! Arschloch.
  7. Remarketing. Mittlerweile ist die Technologie so weit fortgeschritten, dass mitgeschnitten wird, auf welcher Webseite ich war und wenn ich dann auf einer anderen Webseite bin, wird mir Werbung angezeigt, damit ich auf die andere Webseite zurückkehre. Abgesehen davon, dass hier Punkt 6 greift, habe ich eure Webseite nicht ohne Grund verlassen. Euer Produkt ist scheiße und ihr solltet das akzeptieren. Pimmelgesichter.
  8. Facebook. Seit ich auf Facebook Fan von Mobb Deep bin, wird mir ständig Werbung für Ballettunterricht eingeblendet. Das ignoriere ich, weil es rechts am Rand stattfindet, da habe ich eh einen blinden Fleck und würde es nicht einmal mitbekommen, wenn dort Werbung für Rückentritte bei Frauen gemacht würden. Und bitte schlagt mir nicht vor, dass ich Fan eurer Seite werden soll und verweist dabei darauf, dass mein Freund Manfred euch auch mag. Ich scheiße darauf, was Manfred mag und ich scheiße auf eure Seite. Wenn ich daran interessiert wäre, eure Werbung zu lesen („Unsere Lieblingswerbung ist dieser Beitrag. Was ist eure Lieblingswerbung? ;)“), hätte ich eure Facebookseite längst abonniert. Pissfressen.
  9. Sponsored Posts. Schön, dass ihr irgendwelchen Foodbloggern das Essen bezahlt. Auch schön transparent, dass diese es, wenn sie über euren Brotaufstrich schreiben, deutlich als „Sponsored Post“ ausweisen. Das könntet ihr euch aber auch sparen, denn Blogger sind wie mein Facebook-Freund Manfred (siehe Punkt 8): Ich scheiße auf ihre Meinung. Ja.
  10. Interstitials. Was ich wirklich gern mache: Musik hören. Oder ein Video schauen. Was ich wirklich nicht gern mache: Zwischen Liedern oder Videos oder gar zwischendurch, während ich es abspiele, Werbung sehen oder hören. Während ich das neue Album von Band 1 höre, möchte ich nicht darauf hingewiesen werden, dass Band 2 jetzt auch gerade ein neues Album veröffentlicht hat. Erst recht nicht, wenn Band 2 Musik aus irgendeinem obskuren Genre ist. Während ich bei Streamingdienst X Musik höre, möchte ich auch bitte nicht darauf hingewiesen werden, dass es jetzt Streamingdienst X gibt und ich auf diesem Musik hören kann. Wenn ich das nächste Mal ein Katzenvideo gucken will und du mich vorher zwingst, dein verkacktes Werbevideo für deine Krankenversicherung anzusehen, werde ich dich finden und ich werde dich töten. Mein voller Ernst.

TL;DR: Lass das mit der Werbung. Hör einfach auf. Ich kauf deine Scheiße nicht, nur weil du sie mit einem orangefarbenen Button versehen hast. Wir können aber tauschen: Du kaufst mein Buch oder E-Book und ich kauf deinen Mist auch. Deal?