1. 100 Mann im Video. Okay, du kennst die Leute aus deinem McFit mit Vornamen, hast ihnen einen Protein-Shake ausgegeben und jetzt stehen sie bei deinem Video im Hintergrund rum und gucken böse. Wenn du da im Vordergrund rumhampelst und scheiße rappst, ist das auch egal. Du bist nicht Sparta, hör auf damit.
  2. Waffen. Schön auch, dass du eine Waffe besitzt. Das lenkt jedoch nicht davon ab, ob du rappen kannst oder nicht. Abgesehen davon streut es Zweifel, ob du überhaupt kämpfen kannst. Wenn du nicht rappen kannst, aber gern mit Waffen hantierst, kannst du ja Soldat werden. Das wäre doch schön! Da kannst du dann auch 100 Mann im Rücken haben (siehe Punkt 1).
  3. Ketten. Beeindruckende Kette – weiß dein Vater, dass du so viel Schmuck trägst? Entweder die ist geliehen oder du demonstrierst, dass du nicht mit Geld umgehen kannst. In beiden Fällen sagt es mir, dass ich mein Geld lieber für einen anderen Rapper ausgeben sollte. Aber hey, bei Douglas suchen sie ständig neue Leute, Zeit, deine Bewerbungsmappe zu überarbeiten!
  4. Autos. Kriegst du Geld von Sixt oder was soll das? Anstatt für die Führerscheinprüfung zu üben, solltest du besser an deiner Atemtechnik arbeiten, Sohn. Ansonsten gilt dasselbe wie in Punkt 1, 2 und 3. Und jetzt bring das Auto aufgetankt zurück.
  5. YouTube-Interviews und -Ankündigungen. Warum redet ihr so viel? Ich will kein Interview mit Rappern wie Fler sehen. Wirklich nicht. Weder in voller Länge, noch auf die Stammeleien heruntergeschnitten. Zumindest nicht, solang ihnen nur irgendwelche Idioten gegenübersitzen, denen man deutlich anmerkt, dass sie das ganze Interview über nur darauf warten, sich mit möglichst koolem Handschlag von dem Rapper zu verabschieden. Und was sollen diese ganzen Ankündigungen von Ankündigungen von Disstracks? Wisst ihr, was Tupac in der Zeit gemacht hätte, in der ihr YouTube-Videos dreht? Er hätte aufgenommen. Macht Musik und keine Schmink-Tutorials.
  6. Posen mit Verkaufszahlen. Das mag vielleicht deinen A&R brennend interessieren, aber sonst wirklich niemanden. Modern Talking haben auch gut verkauft. Hol dir ne Nora-Kette und geh mir aus dem Weg.
  7. Rapper, die ihre Texte nicht selber schreiben. Wenn du als Rapper deine Texte nicht selber schreibst, bist du kein Rapper, sondern Rapper-Darsteller. Punkt.
  8. Live Shows, die nur eine Stunde dauern. Wenn dein letztes Album kein „Illmatic“ war und nur 40 Minuten ging, solltest du versuchen, die bestmögliche Live Show auf die Beine zu stellen und das heißt dann eben Fan-Service und anderthalb bis zwei Stunden verausgaben. Konzerte sind, wie du als Rapper Geld verdienst, Alben sind es eher nicht – dein letztes Album war schließlich kein „Illmatic“.
  9. Irgendwelche Dullis im Rampenlicht. Nein, ich freu mich wirklich, dass du es geschafft hast. Wirklich. Aber es hat einen Grund, weshalb die Leute dich für den talentiertesten deiner Crew hielten und so überrascht reagierten, als du das neue Album von deinem bisherigen Hypeman angekündigt hast.
  10. DJs und Produzenten im Intro. Ich verstehe, dass ihr wirklich traurig darüber seid, dass aus der von euch geschaffenen Kultur mittlerweile nur noch eine Rapperveranstaltung geworden ist und eure Eltern sind bestimmt furchtbar stolz darauf, dass ihr eure eigenen Namen laut und mit Hall versehen sagen könnt, aber ich bin nicht eure Eltern. Außer, eure Eltern überlegen, euch ins Heim zu stecken – dann bin ich eure Eltern. Hört auf damit. Die einzige Person, die in einem Lied labern sollte, ist der Interpret. Nicht der Produzent, nicht der DJ, nicht der Typ, der dir beim Kauf des Popschutzes einen Rabatt klargemacht hat. Lern rappen, dann darfst du reden.

TL;DR: Rap. Aber bitte hör auf, daraus eine riesige Show zu machen, wenn du nicht der beste Rapper der Galaxie bist. (Du bist erst der beste Rapper der Galaxie, wenn wirklich jeder dich so nennt, nicht nur deine Mutter.). Falls du jetzt lieber aufhören willst mit rappen: Kauf mein Buch oder E-Book und nimm es als Inspiration. Mehr Gefahr würde dir sicherlich gut tun. Nur vielleicht nicht in Form von Waffen oder 100 Hampelmännern hinter dir.